WALTER F. AM BALL – unter diesem Titel berichtet Walter Fiala über diverse Veranstaltungen.

 

Wiener Liga Team Herren 2018/19 – 8. und letzte  Runde, 26.05.2019, Cumberland

 

Die Bedingungen:     Die Cumberland-Halle war auf diese letzte Runde der Teams der Herren-Wiener Liga bestens vorbereitet. Es war nicht Glück, dass kaum technische Probleme auftraten – und wenn Kleinigkeiten zu beheben waren, dann funktionierte alles rasch wieder – hervorragende Zusammenarbeit des „Regie“ führenden Franz Hahn mit seinem Team. Und die beiden wesentlichsten Entscheidungen, nämlich die um den Wiener Meistertitel und die um den Abstieg in die 2. Landesliga, waren auch noch offen. Es war „angerichtet“. Wiener Bowler-Herz was willst du mehr?

Nachdem ich immer versuche, einen möglichst offenen Blick auf die Bedingungen zu werfen (deshalb auch die Überschrift; und ich berichte bekanntlich immer nur, wenn ich auch selbst aktiv am Werk war), tue ich das euch heute. Wohl wissend, dass ich mir dadurch wieder das eine oder andere Posting bezüglich „Raunzerei“ über die Ölung einhandeln könnte (wodurch ich mir aber nicht den Mund verbieten lasse). Nur zum x-ten Mal eines zu Beginn: mir ist jede Ölung recht. Ich raunze nicht sondern berichte bloß über die Bedingungen, wie das auch in allen anderen Sportarten und in allen Medien üblich ist. Persönlich gebe ich ohnehin nie der Bahn die Schuld, wenn ich nichts treffe. Solange andere was zusammen bringen ist alles ok. Da ist man dann halt zu schwach, wenn man nicht mithalten kann. Bedenklich wird es nur dann, wenn gefühlt absichtlich eine Ölung aufgetragen wird, die alle Spieler vor unlösbare Probleme stellen soll (was es laut Bowling-Geschichtsschreibung in der Cup-„Steinzeit“ auch schon gegeben haben soll).

Also: die Ölung war selektiv (vielleicht auch der Witterung, dem Klima in der Halle und der langen Spieldauer geschuldet) und das war gut so. Und die Ergebnisse bestätigen meine Beurteilung neuerlich. Die großen Highlights hielten sich in recht engen Grenzen, sprich: nur Etoile und KSV Wr.Netze/Unistahl 1 – die beiden überlegen dominierenden Teams der heurigen WLH-Saison – wurden mit den Bedingungen wirklich fertig und hatten die Bahnen im Griff (bei den anderen sechs Teams war es phasenweise – Achtung Scherzchen – eher umgekehrt). Diese beiden Spitzenteams waren die einzigen mit einem Schnitt über 200. Die „Hausherren“ Etoile scorten überragende 216,429 Mannschafts-Schnitt und hatten die drei besten Spieler des Tages in ihren Reihen. Unistahl 1 kam auf ebenfalls sehr bemerkenswerte 208,857 Schnitt. Nur mit diesen Spitzenleistungen konnte der Generalschnitt dieser letzten Runde (198,268) überhaupt erreicht werden. Unistahl 1 hatte zum drittbesten Team einen Respektabstand von 372 Pins. Zwischen dem Drittbesten (Stadlau – mit 198,2 knapp am Liga-Tagesschnitt) und dem Achten (Strike & Spare – 189,1 Schnitt) lagen im Tagesergebnis nur 319 Pins. Mag sein, dass auch die Marathon-Distanz dieser letzten – und mit 7 Spielen einzigen „kompletten“ – Runde dazu beigetragen hat und viele Aktive den Spieltag mental und körperlich nicht auf hohem Niveau durchhalten konnten.

46 Spieler waren im Einsatz und es wurden immerhin 30 komplette 7er-Serien absolviert. 5 davon lagen über 1500 (alle von Spielern der beiden Spitzenteams Etoile und Unistahl 1) und 11 über 1400. Die Reserve-Bahnen waren gegen Saisonschluss – und wie in der Cumberland-Halle meist üblich – eher schütter frequentiert. Alle Details später.

Ablauf: 4 Spiele – Pause (gutes, schmackhaftes Buffet-Angebot im benachbarten Tennis-Club-Restaurant) mit Bahnenpflege – 3 Spiele.

Die Entscheidungen um die wesentlichsten Positionen fielen zu unterschiedlichen Zeitpunkten: Tyrolia hatte die Bronze-Medaille bereits nach Spiel 5 praktisch fix, weil der einzige realistische Rivale, KSV Wr.Netze/Unistahl 2, bis dahin nur einen Tagessieg landen konnte.

Etoile hatte fast zeitgleich, aber spätestens nach Spiel 6 den Titel im Sack, nachdem Unistahl 1 im vorletzten Spiel ausgerechnet gegen Tyrolia eine überraschende Niederlage, die zweite an diesem Tag, hinnehmen musste. Für diese beiden Titel-Rivalen werden wohl die Team-Staatsmeisterschaften 2019 – am nächsten Wochenende in der Wiener Plushalle – eher im Fokus stehen. Aber einen Wiener Meistertitel nimmt man auf dem Weg dorthin allemal sehr gerne mit.

Dramatik pur im Abstiegskampf: Strike & Spare (nach dem Sieg gegen Tyrolia im 4. Spiel und der Überraschung gegen Stadlau in der Vorschluss-Runde) lag vor dem Endkampf gegen den Abstieg nach wie vor knapp vor den Black Jack Bowlers. Ein echtes Endspiel auf den eher schwierigen Rand-Bahnen 11-12 brachte dann die - nicht mehr von allen erwartete - Wendung zugunsten der aufopfernd kämpfenden BJB-Mannschaft. 960 zu 926 stand zu Buche nach diesem Herzschlag-Finish.

Bester Mann des Tages war Patrick Stiel (Etoile) mit 1593 Pins (227,6 Schnitt). Das Tageshöchstspiel schaffte Roman Fürbacher (Unistahl 1) mit seinem bereits fünften offiziellen 300er (Spiel 3 gegen Strike & Spare). Klubkollege Martin Leb schaffte im schon bedeutungslosen Schlussmatch gegen Etoile mit 298 fast das gleiche Kunststück.

Ein langer, spannender und vom Cumberland-Team gut organisierter Bowling-Tag war Geschichte.

 

Die Besten des Spieltages:      Etoile mit 7575 gespielten Pins und 6 Tagessiegen vor dem Titelrivalen KSV Wr.Netze/Unistahl1 (7310/5). Mit Respektabstand folgte Stadlau (6938/4). Dahinter in enger Folge BSC Phönix (6893/3), BJB (6725/3) und Tyrolia (6645/3). Diesmal aufgrund von jeweils nur 2 Siegen KSV Wr.Netze/Unistahl2 (6810/2) und Absteiger Strike & Spare (6619/2) am Ende der Tageswertung.

BESTE EINZELSPIELER:         Patrick Stiel 1593 (268/3.Spiel,256/6.), Erich Binder 1544 (248/1.,247/5.,244/4.), Michael Loos (alle drei Etoile) 1541 (je 246/2.und 6.), Martin Leb 1527 (298/7.,249/5.) und Roman Fürbacher (beide Unistahl1) 1522 (Tageshöchstspiel 300/3.,268/6.). Folgende 11 Spieler erreichten Serien über 1400: Thomas Haag (Stadlau)1480 (252/5.), Patrick Schlosser (Phönix) 1469 (241/2.), Michael Rauscher (Stadlau) 1461, Günter Weiss (Etoile) 1457, Martin Liftenegger (Tyrolia) 1436, René Höflich 1424 (245/1.) und Dominik Koran (beide Unistahl1) 1423, Ivan Burian (Unistahl2) 1419, Alex Rauscher (Unistahl1) 1414, Dusan Kometter (BJB) und Andreas Schlägner (Unistahl2) jeweils 1410.

             

Die Schlusstabelle nach dem 8. Spieltag:

1.(1)

Etoile

7659

539 + 400  

529 + 400

550 + 500

532 + 400

522 + 300

504 + 300

525 + 300

758 + 600

Pkte-Rückstand

GOLD / Wiener Meister

2.(2)

KSV Wr.Netze/Unistahl1

7421

533 + 400

548 + 300

554 + 400

511 + 100

548 + 400

532 + 400

565 + 400

731 + 500

238

SILBER

3.(3)

Tyrolia 1

6540

476 + 100

556 + 400

510 + 300

504 + 300

518 + 400

493 + 200

518 + 300

665 + 300

1119

BRONZE

4.(4)

KSV Wr.Netze/Unistahl2

6243

512 + 300

498 + 100

523 + 200

510 + 400

497 + 000

523 + 500

499 + 300

681 + 200

1416

 

5.(5)

BSC Phönix

6095

484 + 200

523 + 300

506 + 300

503 + 200

506 + 100

484 + 200

500 + 300

689 + 300

1564

 

6.(6)

Stadlau

6070

521 + 100

499 + 200

504 + 100

530 + 300

514 + 400

499 + 100

509 + 200

694 + 400

1589

 

7.(8)

Black Jack Bowlers

5495

475 + 100

493 + 100

487 + 200

508 + 300

481 + 100

487 + 100 

491 + 200

673 + 300

2164

 

8.(7)

Strike & Spare

5407

491 + 400

483 + 200

481 + 000

483 + 000

517 + 300

493 + 200

497 + 000

662 + 200

2252

ABSTEIGER in die 2.LL

Zusammenfassung:       Die Schlusstabelle zeigt - was die Medaillen-Plätze betrifft - das nach der vorletzten Runde wohl erwartete Bild. Dass der Kampf gegen den Abstieg aufgrund der Vorzeichen dramatisch werden würde, war abzusehen. Strike & Spare hatte sich durch drei sieglose Runden vor diesem Showdown in der Cumberland-Halle das Leben selbst schwer gemacht, weil die neue Zählweise in dieser Saison durch die – im Nachhinein betrachtet etwas zu hoch angesetzten Siegpunkte – es sehr schwer machte, nur über die gespielten Pins zu reüssieren. Die Tabellen-Nachbarn trafen laut Vorgabe im letzten Spiel aufeinander, was zusätzlich Dramatik brachte, weil der Kampf gegen den Abstieg tatsächlich in diesem Head-to-head-Duell – also mit den letzten Würfen der Saison – entschieden wurde.

War spannend diese Saison, obwohl das ausprobierte Zählsystem – wie bereits erwähnt – nachträglich betrachtet nicht das Gelbe vom Ei war. Gut, dass man darauf sofort wieder reagieren kann, weil der Sport-Ausschuss bereits vor Jahren die Entscheidung getroffen hatte, jedes Sportjahr als sogenanntes Positionsjahr zu sehen, um im eventuell erforderlichen Fall im Sinne des Sports flexibel anpassen zu können.

Bis dann

Walter