TYROLIA AM BALL – unter diesem Titel berichtet Walter Fiala über diverse Veranstaltungen.

 

Wiener Liga 5er Herren 2017/18 – 8. und letzte  Runde, 27.05.2018, Plus

 

Die Bedingungen:    

 

Saison-Abschluss der Wiener Liga Herren im Team-Bewerb in der Plushalle auf den Bahnen 7 bis 14. Die Halle war mit drei Ligen voll ausgelastet und aufgrund der momentanen Witterungsverhältnisse mit extremer Luftfeuchtigkeit gesegnet. Macht nix. Es wird Sommer. Passt. Entsprechend aggressiv die Ball-Reaktionen schon vom Start weg. Keine Überraschung. Meckern zwecklos, weil wir alle miteinander ohnehin immer und immer wieder beweisen, dass wir mehrheitlich „Trockenbahn-Heizer“ sind, aber halt gerne meckern.

Durch die abschließend geplante Siegerehrung und die zwischenzeitlich erfolgte Information der Mannschaftskapitäne war die Aufenthaltsdauer der Aktiven heute länger als sich das selbst die Bundesliga-Fußball-Vereine für die Zuseher in ihren Stadien wünschen würden.

Die Wettkämpfe standen – aufgrund der heuer sehr freundlichen Hausölung nicht ganz überraschend – auf sehr hohem Niveau. In dieser letzten Runde war nur noch die Entscheidung um Silber und Bronze offen, alle anderen Tabellen-Plätze waren mehr oder weniger bezogen. Vier der sechs Teams kämpften auf Augenhöhe um den Tagessieg. Alle miteinander erspielten einen Gesamtschnitt von 202,56.

Fünf Teams spielten in der Startaufstellung durch, nur Stadlau setzte 8 Spieler ein. 12 von 26 kompletten 5er-Serien lagen über 1000, davon 4 über 1100.

Die Reservebahnen waren im Schluss-Spiel beinahe verwaist. Überraschend eigentlich, aber der schöne Sommertag lockte doch mehr als das Schnitt-Schinden – gegen Saisonschluss kann man ohnehin nur mehr marginale Veränderungen erwarten.

Technische Probleme sind mir nicht aufgefallen. Erfrischungsgetränke waren bei diesen Tropen-Bedingungen der große Renner und wurden vom Personal ebenso prompt gebracht wie die angeboten Burger in drei Sorten. Die Stimmung trotz Wiener Saison-Ausklang nicht angespannt. Das liegt aber vermutlich daran, dass die Neuordnung der Ligen für das nächste Sportjahr kaum Verlierer zurück lässt.

 

Unser Spiel:  

 

Schon in der vorletzten Runde sprach ich vom letzten Aufgebot (wir waren in der Cumberland-Halle gerade noch 5) – heute hatten wir die gleiche entbehrliche Situation, nur dass statt Käptn Liftenegger (seine Absenz war so nicht geplant) Daniel Brock wieder dabei war. Schade, Martin ist einer unserer Top-Spieler und für uns ging es nicht nur „um die Goldene Ananas“ (wie man gerne so schön sagt), sondern immerhin um die Silber-Medaille in der Wiener Team-Meisterschaft. Immerhin eine Auszeichnung für eine wunderbare Saison, wie wir diese seit unserem Staatsmeister-Titel 1998 nicht mehr in Reichweite hatten. Bis heute.

Gut. Da mussten und wollten wir durch. Mit der Start-Mannschaft Bittner-Brock-Andi Pfeifer-Martin Pfeifer-Fiala spielten wir auch durch – und wie. Wir kämpften um das erträumte Saison-Happy End und hatten am Schluss – auch für uns selbst vor Saison-Start undenkbar – die Silbermedaille in der Tasche. Ich bin stolz, Teil dieser Mannschaft zu sein und freue mich schon auf die Staatsmeisterschaft am kommenden Wochenende. Wir werden uns Anfang Juni so teuer wie möglich verkaufen und versuchen an die hervorragenden Saison-Leistungen anzuschließen.

 

Also, zurück zum heutigen Spieltag:

auf 13-14 bekamen wir es schon im Start-Match mit unserem einzigen noch realistischen Rivalen im Kampf um Silber zu tun. Mit KSV Wr.Netze/Unistahl 1 in der Besetzung Fürbacher-Koran-Witura-Kubalek-Rauscher. Das Niveau dieses Spiels war im Quervergleich sehr bescheiden; Splits im Minutentakt machten beiden Teams schwer zu schaffen. Es blieb spannend bis zum letzten Frame – speziell für mich, denn obwohl ich in meiner sehr langen Laufbahn schon 37 Jahre als Schluss-Mann absolviert habe, war das eine in den letzten Jahren nicht mehr gekannte Situation, der ich mic h stellen musste. Die Ausgangs-Situation nach Frame 9: Alex Rauscher hatte ein offenes Frame stehen, ich einen Strike. Um für uns noch die winzige Siegchance zu wahren, musste ich zwei weitere Strikes nachlegen. Alex musste nach einem „Knaller“ den 10er weg spielen, ich strikte zweimal. Alex legte einen Strike nach und zwang mich, zumindest 8 Pins zu treffen. Eine kleine Fehlentscheidung ließ mich einen „Sicherheits-Wurf“ statt eines „normalen“ Balls spielen, der fast in die Hose gegangen wäre. Der Ball - zu hoch - ließ eigentlich 3-6-10 stehen, aber der angeschlagene 10er machte noch irgendwie „Selbstmord“ und wir gewannen das Spiel um 1 Pin (943 zu 942). Mit dem Siegpunkt hatten wir uns damit gleich im ersten Spiel auf den zweiten Tabellen-Platz gehievt. Nur 18(!) Pins vor Unistahl 1. Das Spiel 2 auf 9-10 brachte Stadlau als Gegner – und Robert Skach, der uns schon jahrelang offensichtlich als Lieblingsgegner auserkoren hat, spielte diesmal „nur“ 236, was diesmal knapp nicht reichte. Wir mussten zwar eine nicht erwartete 153er-Partie von Martin Pfeifer neutralisieren, aber es gelang. Mit sehr guten 1087 zu 1065 holten wir uns den sehr wichtigen zweiten Siegpunkt. Neuerlich sehr haarig wurde es im 3. Spiel gegen den uneinholbaren Leader Etoile auf 11-12. Das Match wogte hin und her und selbst Erich Binder, dem wir wie Skach sehr liegen dürften, konnte mit seinen 246 nicht verhindern, dass es wieder bis zum allerletzten Frame spannend blieb. Daniel Hahn und ich mussten nach einem Strike-Eingang den 10er räumen – und Daniel verfehlte ihn innen. Ich räumte und wir brauchten noch 7 Pins zum Sieg. Es gelang ein Strike und auch der dritte Siegpunkt war mit +3 im Kasten. 1042 zu 1039. Es lief bislang, auch wenn der Kapitän noch immer nicht an Bord war.

Die stets für uns schwer zu spielenden Black Jacker waren auf 13-14 unser nächster Gegner. Mit konzentriertem Spiel und einem mit 256 blendend disponierten Heini (extra aus dem Steiermark-Urlaub für diese letzte Team-Runde heimgekehrt, um danach gleich wieder seine letzte Urlaubswoche zu genießen – danke dafür, Heini) gelang uns ein weiterer wichtiger Sieg (1057 zu 991) auf dem Weg zu Silber, was wir zu diesem Zeitpunkt eigentlich kaum mehr verspielen konnten, hatte doch Unistahl 1 erst einen Siegpunkt eingefahren. Jetzt nur kein „Absturz“ mehr im letzten Spiel gegen Unistahl 2 auf 7-8. Es begann holprig, aber Martin Pfeifer war jetzt in Spiellaune und so verloren wir zwar deutlich 983 zu 1063, konnten aber den „Platz an der Sonne“ behaupten. Wir stürzten einerseits nicht ab und Unistahl 1 schaffte zeitgleich die notwendige ultrahohe Partie nicht und verlor sogar auch noch unglücklich 978 zu 980 gegen den Wiener Meister Etoile (heute übrigens ohne Leo Grundschober).

Heute waren wir sicher nicht unglücklich unterwegs, aber ich glaube behaupten zu dürfen, dass wir über die gesamte Saison durchaus verdient auf diesem überraschend hohen Stockerl-Platz gelandet sind.

Für freuen uns über diesen für uns historischen Erfolg. Spielerausfälle bei den Spitzenteams waren nicht entscheidend – die hatten wir auch zur Genüge.

 

Unsere Ergebnisse im Detail (R = Reserve):

 

Spiel 1

Spiel 2

Spiel 3

Spiel 4

Spiel 5

Serie

Schnitt

Bittner Heinrich

191

238

230

256

194

1109

221,800

Brock Daniel

182

215

223

185

159

964

192,800

Pfeifer Andreas

144

235

206

182

194

961

192,200

Pfeifer Martin

205

153

192

215

232

997

199,400

Fiala Walter

221

246

191

219

204

1081

216,200

Liftenegger Martin

-

183 R

159 R

179 R

223 R

744

186,000

Team-Ergebnis

943

1087

1042

1057

983

5112

204,480

Gegner

Unistahl1

Stadlau

Etoile

BJB

Unistahl2

 

 

Ergebnis Gegner

942

1065

1039

991

1063

5100

 

Punkte

1

1

1

1

0

4

 106,12 PP

 

Die Anderen und die Tagesbesten:      4 Teams über 200 Schnitt: Tagessieger diesmal Stadlau (5202 Pins/208,8 Schnitt und 3 Siege). Dahinter wieder – fast schon traditionell – 3 Teams fast gleichauf: Etoile (5192/3) vor KSV Wr.Netze/Unistahl2 (5167/3) und Tyrolia (5112/4). Diese drei Teams liegen nach dem PP-System innerhalb von 20 Pins.

Die Black Jack Bowlers erreichten mit 4873 Pins einen Siegpunkt ebenso wie KSV Wr.Netze/Unistahl1 mit diesmal nur 4838 gespielten Pins, was den Verlust der – vor Wochen noch sicher geglaubten – Silbermedaille zur Folge hatte.

Beste Team-Ergebnisse: Stadlau – Tageshöchstspiel 1128 im 1. Spiel,1065/2.,1034/3.,1021/4., Tyrolia – 1087/2.,1057/4.,1042/3., Unistahl2 - 1086/3.,1063/5.,1058/1,1040/2., Etoile – 1068/2.,1064/1.,1041/4.,1039/3., BJB – 1062/1. und Unistahl1 – 1012/3.

Beste Einzelspieler:      Manfred Panzenböck (Unistahl2) 1124 (247/2.und 5. Spiel,233/3., Wolfgang Wondratsch (BJB) 1111 (Tageshöchstspiel 278/1.,236/5.,233/3.), Heinrich Bittner (Tyrolia) 1109 (256/4.,238/2.,230/3.), Walter Gonaus (Unistahl2) 1103 (241/1.,236/3.), Walter Fiala (Tyrolia) 1081 (246/2.), Erich Binder (Etoile) 1079 (266/1.,246/3.), Anton Stiel (Etoile) 1053 (247/2.), Daniel Hahn (Etoile) 1049, Kurt Weiss (Etoile) 1035, Wolfgang Hauska (BJB) 1014, Alexander Pittesser (Stadlau) 1013 und Markus Witura (Unistahl1) 1005.

 

Schluss-Tabelle nach dem 8. und letzten Spieltag:

1.(1)

Etoile

868,10 PP

 

2.(3)

Tyrolia 1

844,22

 Rückstand  in PP 23,38 

3.(2)

KSV Wr.Netze/Unistahl 1

836,31

31,29

4.(4)

KSV Wr.Netze/Unistahl 2 

828,27

39,33

5.(5)

Stadlau 1

819,18

48,42

6.(6)

Black Jack Bowlers

794,35

73,25

Für das Semifinale der Team-Staatsmeisterschaften 2018 in Wien sind die Top 4 qualifiziert.

 

Zusammenfassung:       Etoile hat den Wiener Meistertitel souverän nach Hause gespielt. Das Team um Leo Grundschober hatte die Führungsposition von der ersten bis zur letzten Runde immer behauptet und kontinuierlich ausgebaut. Überraschend die Silber-Medaille für das Tyrolia-Team, dem eine Blutauffrischung durch den Einbau junger Kräfte gut getan hat.

Ich wiederhole mich: gut, man könnte dagegen halten, dass die über Jahre traditionellen Spitzenteams (und ich zähle Tyrolia nicht dazu, obwohl bereits im Vorjahr die Bronzemedaille nur relativ knapp verfehlt wurde) die Saison über nicht immer in Bestbesetzung spielen konnten. Stimmt – Tyrolia aber auch nicht.

Von der Liga-Reform 2018/19 erhoffe ich mir eine Anhebung der Spannung. Geben wir alle gemeinsam den Neuerungen eine faire Chance und befinden wir darüber erst, wenn wir schon genügend Erfahrung gesammelt haben. Ich werde mich auch bemühen und ab jetzt – hoffentlich – immer „Team“ statt „5er“ sagen. Versprochen.

Den vier Wiener Teams wünsche ich für die Staatsmeisterschaften am nächsten Wochenende viel Erfolg.

Bis bald

Walter