TYROLIA AM BALL – unter diesem Titel berichtet Walter Fiala über diverse Veranstaltungen.

 

Österr. Cup 2017, Damen und Herren – 21. und 22.10.2017, Plus

 

Die Bedingungen: Das Cup-Wochenende ist Geschichte. Austragungsort war neuerlich die Plushalle. Es gab nichts zu meckern: Termin, Bahnen-Ölung, Stimmung, Organisation, Verpflegung und und und. Alles passte. Danke dafür.

Ich persönlich bin noch immer kein Verfechter der zu weit gehenden bevorzugten Behandlung der Vorjahrs-Siegers und des Bundesländer-Besten – kann mir nämlich noch immer nicht vorstellen, dass irgendwo auf diesem Erdball in irgend einer Sportart ein Vorjahrs-Sieger (und in unserem Fall auch das beste Bundesländer-Team des Vorjahrs) erst im Viertel-Finale (!) einsteigen muss.

Bevorzugte Behandlung ja, aber Einstieg in der Vorrunde (Fußball- und Bowling-Sprech: Gruppenphase) muss die Norm werden.

Über die angewandte Ölung habe ich so viele widersprüchliche Aussagen gehört, dass ich sie nicht beim Namen nennen möchte, denn der wäre vermutlich falsch. Für mich schien es die Betriebsliga-Ölung vom vergangenen Dienstag gewesen zu sein, wurde aber von sogenannten „Eingeweihten“ in Frage gestellt. Fehler von mir: habe nicht beim sogenannten „Schmied“ selbst nachgefragt und mich mit den Aussagen der „Schmiedls“ zufrieden gegeben.

Jedenfalls war die Ölung recht anspruchsvoll, was ich sehr begrüße. Es gab auch einige Aktive, die sich teils super zurechtfanden, aber alle mussten sich „plagen“ und das war gut so.

Mit Sicherheit haben die Bahnen-Bedingungen auch dazu beigetragen, dass dieses Cup-Wochenende zu einem interessanten Krimi wurde und nicht immer die nach Papierform zu erwartenden Sieger die Nase vorne hatten. Man könnte sogar sagen, dass es ein hurtiges Favoriten-Sterben sowohl bei den Damen als auch bei den Herren gab. Und auch das tat unserem Sport recht gut so und für die Zuseher war es spannend wie selten zuvor.

Ein spezielles Highlight war wohl das Herren-Finale, in dem mit den Black Jack Bowlers das älteste Team (dem Vernehmen nach mit einem Durchschnittsalter von 63) dem vermutlich jüngsten Team, dem Salzburger Bowling Strike Club (nomen est omen) gegenüber stand (angebliches Durchschnittsalter 27) – und noch dazu gewann.

Die Salzburger hatten sich allerdings davor im Semifinale gegen Tyrolia im Spiel des Tages zu sehr ausgepowert und mit druckvollem Spiel auf höchstem Niveau (David Gruber 256 und Schlussmann Andi Kocher 280 mit der Top-Serie 727) einen 70-Pin-Rückstand noch gedreht und um 2 Pins gewonnen. Ein weiteres Husaren-Stück war offensichtlich nicht mehr zu schaffen. Andi Kocher war mit seiner mentalen Meisterleistung gegen Tyrolia (nach einem 7-ling musste er im Schlussframe noch mindestens Strike-Strike-8 werfen, um wenigstens ein Roll-off zu erzwingen – und er strikte durch) zweifellos der Mann dieses Cup-Wochenendes.

Obwohl die Zuseher nicht undankbar gewesen wären, hätten sie auch noch ein Roll-off geboten bekommen…

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass Andi Kocher & Co schon im Viertelfinale am Vortag den Vorjahrssieger KSV Wr.Netze/Unistahl 1 recht deutlich (2922 : 2813) ausschalten konnten und Tyrolia gegen Mitfavorit Etoile mit nur 5 Pins mehr das Viertelfinal-Ticket zog. Welche Ironie des Schicksals: die aus meiner Sicht etwas zu großzügig bevorzugten Vorjahrsbesten (siehe mein Statement zum Einstieg) KSV Wr.Netze/Unistahl1 und BSC Salzburg mussten durch Bahnen-Losung gleich beim Einstieg gegeneinander antreten und so konnte wenigstens nur einer weiter ins Halbfinale. Keine Schadenfreude meinerseits. Ehrlich. Mein Appell bleibt aber: bitte die Ausschreibung diesbezüglich noch ein wenig nachschärfen.

Ich wiederhole mich abschließend gerne noch zweimal: die routinierte Crew der Halle war wieder ein ausgezeichneter Gastgeber und – last but not least – sorgte Gerhard Schindler neuerlich für den gewohnt außerordentlich raschen und verlässlichen Ergebnisdienst.

Alle Ergebnisse können auf der ÖSKB-Seite nachgelesen werden, deshalb konzentriere ich mich nur auf „vergleichende Ergebnis-Forschung“.

 

DIE BESTEN SPIELERINNEN, DIE BESTEN SPIELER:

 

ACHTELFINALE / VORRUNDE (Samstag, 21.10.2017)

(Damen – 5 Spiele Round Robin in 2 Gruppen, 12 Teams / Herren – 5 Spiele Round Robin in 3 Gruppen, 18 Teams)

Damen: Tamara Adler (Unistahl1) 1040, Dagmar Schreier (Salzburg) 1001 (Höchstspiel Vorrunde 248/2.), Ivonne Gross (Unistahl1) 1000, Patricia Polster (Unistahl1) 970, Petra Fürbacher (Funk1) 924.

Herren: wie schon 2016 wieder in Front war Martin Leb (Stadlau) 1069 (257/2.,242/4.), Martin Markart (Hollywood-Innsbruck) 1058, Leo Grundschober (Etoile) 1055 (247/4.), Martin Liftenegger (Tyrolia) 1055 (245/3.), Christian Celler (Stadlau) 1037 (249/2.), Daniel Hahn (Etoile) 1029, Manfred Panzenböck (Unistahl2) 1028, Walter Rieger (Unistahl2) 1018, Walter Gonaus (Unistahl2) 1010 (231/2.) und Walter Domin (Vienna Strikers) 1007 (244/3.,233/4.).

Vorrunden-Höchstspiel: Dieter Frisch (1.ÖBC) 265/5.

 

Unser Spiel:     Unser Damen-Team (Langer-Setik/Kaprally-Schoppik-Spitzmüller) gewann im Block B der Achtelfinal-Round Robin 4 der 5 Spiele und siegte vor Stadlau und Etoile.

Unser Herren-Team (Bittner-Brock-Fiala/Andreas Pfeifer-Martin Pfeifer-Liftenegger) holte sich in der Achtelfinal-Gruppe C mit 4 Siegen überlegen den Gruppensieg vor BJB und dem KBSV aus Klagenfurt.

Beide Teams konnten leider nicht komplett antreten: bei den Damen fehlte Christine Fiala (krank), bei den Herren David Dudek.

 

 

 

 

 

VIERTELFINALE (KO-System / Samstag, 21.10.2017)

Damen: Jaqueline Witura (Unistahl2) 656 (Höchstspiel 249/3.), Jade Orion (Etoile) 629, Petra Fürbacher (Funk1) 608 (232/1.), Tamara Adler (Unistahl1) 594, Edith Willibald (Funk1) 571 und Jacqueline Klug (Unistahl2) 566.  

Höchste Teamserie: KSV Wr.Netze/Unistahl2 2187 (Schnitt 182,25 - 832/3.).

Herren: Christian Stadelmaier (BSC Salzburg) 704 (245/2.,234/1.), René Höflich (Unistahl2) 695 (248/2.), Andreas Kocher (BSC Salzburg) 671 (Höchstspiel 266/2.), Alexander Rauscher (Unistahl1) 667 (248/2.), Manfred Panzenböck (Unistahl2) 655, Martin Pfeifer (Tyrolia) 654 (247/1.), Robert Skach (Stadlau) 620 und Walter Gonaus (Unistahl2) 605.

Höchste Teamserie: BSC Salzburg 2922 (194,8 Schnitt – 1090/2.).

 

Unser Spiel:     Leider überraschend Endstation für die Damen-Mannschaft (jetzt auch noch ohne Andrea Setik) gegen BC Funk 2 und zwar sehr deutlich mit 1912 : 2088.  

Die Herren-Mannschaft (am Nachmittag auch noch ohne Heini Bittner, also mit dem „letzten Aufgebot“ ) bezwang den regierenden Staatsmeister (allerdings ebenfalls ersatzgeschwächt ohne die Brüder Weiss und Toni Stiel) in einem dramatischen Match um gerade einmal 5 Pins (2828 : 2823). Nach zwischenzeitlich komfortabler Führung wurde es durch eine Energie-Leistung von Etoile (1023) noch ziemlich eng.

 

HALBFINALE (KO-System / Sonntag, 22.10.2017)

Damen: Jaqueline Witura (Unistahl2) 647 und Petra Fürbacher (Funk1) 576 (Höchstspiel 225/2.).

KSV Wr.Netze/Unistahl2 mit 2172 (181 Schnitt – 736/1.) am stärksten.

Herren: Andreas Kocher (BSC Salzburg) 727 (Cup-Höchstspiel 280/3.), Martin Liftenegger (Tyrolia) 650, Wolfgang Hauska (BJB) 645 (234/1.), je 641 für David Gruber (BSC Salzburg – 256/3.) und Heini Bittner (Tyrolia), Walter Rieger (Unistahl2) 634 (236/2.), Johann Riegler (BJB) 633 (234/1.) und Martin P=feifer (Tyrolia) 613.

Die Finalisten BSC Salzburg mit 2942 (Schnitt 196,13 – 1032/3.) knapp vor dem unglücklich kämpfenden Tyrolia-Team mit 2940 (1043/2.)am besten. Ging es für Tyrolia am Samstag noch mit +5 Pins gegen Etoile gut, war heute mit -2 „Endstation Salzburg“.

 

Unser Spiel:     Änderung zum Vortag: neben David Dudek fehlte am Sonntag auch noch Walter Fiala aus privaten Gründen. Leider fand Daniel Brock heute mit seinem Power-Spiel keine verlässliche Linie, was ihm aber bei dieser – für ihn vielleicht noch ungewohnten – nervlichen Anspannung keinerlei Vorwürfe eingetragen hatte. Unser Motto war und bleibt immer „wir gewinnen und verlieren zusammen“. Es war für die gesamte Mannschaft ungemein schwer, gegen das im Schluss-Spiel enthusiastisch fightende Salzburger Team dagegen zu halten. Der sichtlich und hörbar mit hohem Adrenalin-Spiegel antreibende und spielende David Gruber (jeder Sport braucht solche Typen) wurde mit seinem 256-Spiel nur noch vom „Man of Ö-Cup 2017“ Andi Kocher übertroffen, der als Schlussmann (nach Strike, Spare und 7-ling) 279 benötigte und auf 280 aus strikte. Also: +2 für Salzburg und damit Finalist gegen das „Alt-Herren-Team“ der Black Jack Bowlers. Mentale und sportliche Meisterleistung, Andi. Chapeau! Alle Achtung!

 

FINALE (Sonntag, 22.10.2017)

Damen: Jaqueline Witura (KSV Wr.Netze/Unistahl 2) 603 (Höchstspiel 223/2.), Michaela Weingartner (Unistahl2) 526 und Gaby Rauscher (Unistahl2) 523.

Das Überraschungs-Team Sportunion BC Funk 2 war letztlich im Finale gegen die Vorjahrs-Siegerinnen etwas überfordert und daher chancenlos, verdient aber dennoch großen Respekt für die gebotenen Leistungen.

Herren: Wolfgang Wondratsch (BJB) 597, Patrick Freudl (BSC Salzburg) 589, Andreas Kocher (BSC Salzburg) 585 (Höchstspiel 238/2.) und Wolfgang Hauska (BJB) 577.

Das „Alter“ triumphierte noch einmal gegen die Jugend. Black Jack legte schon im Start-Spiel mit +125 den Grundstein für den Titel. Ich freue mich sehr für diese sympathische Truppe und bedaure außerordentlich, dass mein Team (der BC Tyrolia) um lächerliche 2 Pins nicht zum erhofften „Wiener Derby“ der Traditionsmannschaften zugelassen war.

Mein Respekt gilt aber genauso dem Salzburger BSC rund um unseren ECC2017-Starter Patrick Freudl. Sehr sympathisch dieses Team und mit einem unbändigen Kampfgeist ausgestattet.

 

DIE CUP-SIEGER 2017

Damen:            wie schon im Vorjahr KSV Wr.Netze/UNISTAHL 2 (2140) : BC Funk 2 (1875)     

Herren:            BJB (2771) : BSC Salzburg (2681)        

 

Das Spiel um Platz 3 wurde nicht ausgetragen. BC Funk 1 und Etoile bei den Damen sowie Tyrolia und KSV Wr.Netze/Unistahl 2 bei den Herren teilten sich den 3. Platz und kamen so ebenfalls in den Genuss der (aus technischen Gründen fast zweimal abgespielten) Bundeshymne.

 

Ich gratuliere allen erfolgreichen Teams zu den erbrachten Leistungen in diesem spannenden Zwei-Tages-Event.

 

AUSTRAGUNGSMODUS UND ALLE DETAIL-ERGEBNISSE KÖNNEN VIA ÖSKB-LINK (LVWB-Homepage rechts unten) NACHGELESEN WERDEN.

 

 

Zusammenfassung:      Spannung pur und nicht alles so ganz nach der Papier-Form. Den erfolgreichen Spielerinnen und Spielern gefiel das und – SEHR WICHTIG – auch dem Publikum. Wir freuen uns auf den Cup-Bewerb 2018.

Bis bald

Walter