TYROLIA AM BALL – unter diesem Titel berichtet Walter Fiala über diverse Veranstaltungen.

 

 

Wiener Liga 5er Herren 2016/17 – 1. Runde, 18.09.2016, Cumberland

 

 

Die Bedingungen:     Die höchste Wiener Spielklasse bei den Herren präsentierte sich heute erstmals in ihrem neuen Gesicht: Cosmos, der Unistahl-Herausforderer der letzten Jahre, hat nach empfindlichen Spielerabgängen auf den Platz in der Wiener Liga verzichtet und damit ermöglicht, dass in dieser Saison ausnahmsweise zwei Aufsteiger aus der 2. Landesliga dabei sein können. Tyrolia 1 als Meister der 2. Landesliga und Etoile 2 als zweitplatzierter Verein der vergangenen Saison konnten sich heute erstmals mit der Wiener Spitze messen. Für den Traditionsclub Tyrolia ist das nach dem Staatsmeister-Titel 1998 der x-te Anlauf vom ungeliebten Paternoster-Betrieb (Abstieg-Aufstieg-Abstieg…) endlich los zu kommen, den Klassenerhalt zu schaffen und nicht nach einer Saison gleich wieder den Weg zurück in die 2. Landesliga antreten zu müssen. Vielleicht gelingt das mit tatkräftiger Mithilfe der Cosmos-Neuzugänge Andreas und Martin Pfeifer.

Etoile 2 hat die „last-minute-Aufstiegs-Chance“ nach dem Cosmos-Entschluss geschickt genützt und ist meines Wissens erstmals mit zwei Teams in der obersten Spielklasse vertreten. Etoile 1 (jetzt wieder mit Leo Grundschober) und Stadlau 1 (sehr stark mit Vorjahrs-Neuzugang Robert Skach, den wieder hochmotivierten Leb-Brüdern Andreas und Martin und Philipp Steinbach) werden wohl die neuen Herausforderer von Gross, Loos & Co sein.

Das Cumberland-Team war heute wieder gut gerüstet, die Bahnen machten keine „Manderln“ (sieht man von den bereits bekannten Unregelmäßigkeiten der Pinsetter ab, die sich jedoch durch Resets meist bereinigen lassen). Die Bahnen-Ölung war für die meisten Aktiven recht angenehm, wenn auch etwas anspruchsvoller als traditionsgemäß in Hernals und im Prater. Genaues Spiel versprach gute Ergebnisse, wobei – und das ist gerecht und auch gut so – Spieler mit höherem Balltempo und mehr Ball-Rotation eindeutig im Vorteil waren und das auch weidlich ausnützten. Mit dieser Spielanlage hatte man „sehr viel Platz“, wie man so schön sagt.

Was mir heute auffiel, war die manchmal gedämpfte Stimmung. Warum auch immer hatte ich zwischendurch immer wieder das Gefühl, man könnte „eine Stecknadel fallen“ hören. Zuseher waren - wie sonst auch immer - eher spärlich vertreten; daran lag es also nicht. Mir fehlte in vielen Situationen die, beim 5er-Bewerb sonst übliche, laute Wettkampf-Stimmung. Vielleicht bildete ich mir das aber auch nur ein.

 

 

Unser Spiel:     Nach neuerlicher einjähriger Abwesenheit in der obersten Spielklasse – man erinnere sich: Tyrolia-„Paternoster-Betrieb“ seit fast 20 Jahren – feierten wir heute wieder unseren Einstand. Und, wie ich meine, gar nicht so übel. Unsere Startmannschaft war zwar nicht unser „Dream-Team“, weil ja bekanntlich unser traditionell bester Mann, der leider an der Spielschulter verletzte 200-Schnitt-Garant Heini Bittner, derzeit nicht mithelfen kann, mit uns das erklärte Saisonziel Klassenerhalt anzustreben, aber in der Besetzung Kukla-Krotendorf-Fiala-Martin Pfeifer-Liftenegger schlugen wir uns gar nicht so übel. Immerhin haben wir bereits an diesem ersten Spieltag 2 Siege eingefahren, während wir in der gesamten Saison 2014-15 (im Rahmen unseres letzten Kurzaufenthalts im Oberhaus) nur ganze 4 Spiele gewinnen konnten. Manuel Krotendorf haben wir aus der 2. Mannschaft hochgezogen, Andreas und Martin Pfeifer vom BC Cosmos sind Neuzugänge, die uns auf unserem Weg unterstützen werden. Schade, dass Heini zurzeit ausfällt und Roland Horak den Weg in die 2. Mannschaft gesucht hat. Die Spitzenkräfte im heimischen Bowlingsport konzentrieren sich zunehmend in wenigen Spitzenclubs, sodass vielleicht heuer für Vereine unserer Spielstärke erstmals wieder eine realistische Chance bestehen könnte, mehr als ein Jahr in der „Höhenluft“ zu bestehen. Warten wir es ab. Ein erster Schritt ist getan – immerhin „überlebt“ man schon als Vorletzter, also Fünfter – und wir haben schon oft beweisen können, dass wir zu den besten Wiener Mannschaften gehören. Warum nicht auch über eine ganze Saison. Wir werden versuchen, unser Potenzial so oft wie möglich abzurufen und jeden Spieltag positiv angehen. Auch als Staatsmeister 1998 hatten wir nicht die besten Spieler, aber wir waren das beste Team.

Zu den Details von heute: wir starteten auf 9-10 gegen Co-Favorit Etoile 1, schon unser Gegner in der Ö-Cup-Quali am Vortag. Robert war nach anfänglichen Fehlwürfen etwas verunsichert und Newcomer Manuel kämpfte offensichtlich mit der Nervosität und hatte zudem kein Spielglück. So schlecht lief es im Quervergleich dennoch nicht und eine Niederlage gegen Grundschober, Hahn & Co muss man ohnehin einplanen. Ok, war dann auch so. 933 zu 1097. Spiel 2 führte uns auf die Randbahnen 11-12. Gegner Stadlau und das weit trockenere Bahnen-Paar waren uns zu viel – mit müden 879 hatten wir gegen 1005 nichts zu bestellen. Jetzt wechselte Andi Pfeifer statt Manuel in die Mannschaft und zurück auf 9-10 hatte er einen guten Einstand (215) gegen Etoile 2. Martin Liftenegger (247) und Andi führten uns zum ersten Sieg: 999 zu 943. Dann setzte es auf 5-6 gegen Unistahl 1, jetzt „KSV Wr.Netze/Unistahl 1“, mit 889 zu 1002 die zu erwartende Niederlage, wobei nur Michi Loos mit 258 wirklich außer Reichweite war. Schlussmatch gegen Unistahl 2 auf 7-8. Und das lief relativ glatt, weil Martin Liftenegger sich (nach 151 gegen Gross & Co) mit 240 wieder zurück melden konnte. Zweiter Siegpunkt mit 938 zu 870.

In Summe kein übler Spieltag für uns. Schlusslicht sind wir jedenfalls nicht.

 

 

 

 

 

Unsere Ergebnisse im Detail (R = Reserve):

 

 

Spiel 1

Spiel 2

Spiel 3

Spiel 4

Spiel 5

Serie

Schnitt

Kukla Robert

160

212

174

177

169

892

178,400

Krotendorf Manuel

138

144

150 R

217 R

154 R

803

160,600

Fiala Walter

201

205

175

195

177

953

190,600

Pfeifer Martin

222

138

188

187

198

933

186,600

Liftenegger Martin

212

180

247

151

240

1030

206,000

Pfeifer Andreas

162 R

170 R

215

179

154

880

176,000

Team-Ergebnis

933

879

999

889

938

4638

185,520

Gegner

Etoile1

Stadlau

Etoile2

Unistahl1

Unistahl2

 

 

Ergebnis Gegner

1097

1005

943

1002

870

4917

 

Punkte

0

0

1

0

1

2

   94,38 PP

 

 

Die Anderen und die Tagesbesten:      Nur 2 Teams auf 200er-Kurs: die „Hausherren“ Etoile 1 mit 5206 Pins (mehr als 208 Schnitt) und allen 5 Siegpunkten in Front vor KSV Wr.Netze/Unistahl 1 mit 5026 gespielten Pins und nur einer Niederlage im head-to-head gegen Etoile 1. Stadlau mit 4901/3 deutlich vor dem Rest des Feldes. Tyrolia 1 mit 4638/2 führt den zweiten Teil der Tabelle an. Etoile 2 mit 4647 ohne Siegpunkt und KSV Wr.Netze/Unistahl 2 mit 4557/1 nicht weit dahinter.  

Beste Einzelspieler:      Mika Loos (Unistahl1) 1159 (231,8 Schnitt – 255/2.Spiel,Tageshöchstspiel 268/3.,258/4.), Günter Weiss (Etoile1) 1087 (256/3.), Walter Rieger (Unistahl2) 1085 (235/3.,247/4.), Thomas Gross (Unistahl1) 1079 (235/5.), Leo Grundschober (Etoile1) 1069 (230/3.), Patrick Stiel (Etoile1) 1057 (236/1.,245/5.), Andreas Leb (Stadlau) 1057 (240/3.), Daniel Hahn (Etoile1) 1051, Alex Gabrielian (Etoile2) 1036 (266/2.), Martin Liftenegger (Tyrolia) 1030 (247/3.,240/5.), Benjamin Hochstöger (Unistahl1) 1021 und Robert Skach (Stadlau) 1006 (235/3.).

 

 

Die Tabelle nach dem 1. Spieltag:

 

1.

Etoile 1

109,06 PP

 

2.

KSV Wr.Netze/Unistahl 1

104,26

Rückstand  in PP  4,30

3.

Stadlau 1

101,01

8,05

4.

Tyrolia 1

94,38

14,18

5.

Etoile 2

92,47

16,09

6.

KSV Wr.Netze/Unistahl 2

92,07

16,49

 

 

Zusammenfassung:       Die aus meiner Sicht drei stärksten Teams liegen bereits nach der Startrunde voran. Es müsste schon etwas ganz Außergewöhnliches passieren, sollten nicht Etoile 1 oder Unistahl 1 diese Liga gewinnen. In der darauf folgenden Staatsmeisterschaft werden dann die Karten neu gemischt und die eine oder andere Überraschung gab es in der Vergangenheit an diesem einen Wochenende schon öfter.

Bis bald

Walter