TYROLIA AM BALL - unter diesem Titel berichtet Walter Fiala über diverse Veranstaltungen.

 

Wr.Liga 3er Herren 2016/17 - 3. Runde, 20.11.2016, Plus

 

Die Bedingungen:        Erster WLH-3er-Start der Saison in der Plushalle. Mit dem neuen – bereits sehr breit diskutierten – Hausshot und - wie erwartet - explodierten die Ergebnisse. Dennoch gab es im Verlauf des heutigen Spieltages nicht nur freundliche Gesichter. Und ich meine damit nicht nur die Spieler, die nicht weit über 210 Schnitt herunter knüppeln konnten (weil sie das spätestens ab dem zweiten oder dritten Spiel erforderliche Balltempo nicht oder nicht mehr bringen konnten), sondern auch die immerhin 9 Sportler, die komplette 7er Serien mit einem Score von 1500+ (Chapeau, meine Herren) erzielten. Weil: „mehr wäre immer möglich gewesen“.

21 komplette Serien wurden absolviert und davon waren 15 (satte 71 %) über 200 Schnitt und 7 eben in Sphären, wo wir mit unserem Leistungsniveau nicht in derartiger Breite hin gehören. Ich bin kein Hellseher, wenn ich sage, dass wir bald wieder etwa 100 sogenannte 200-Schnitt-Spieler haben werden und die aktuelle Schnittliste mit nur 24 Glücklichen (?) bald Geschichte sein wird, weil sie eben erst wenige Bewerbe mit der neuen Ölung enthält.

Brauchen wir sowas? Ich nicht.

Ich will die Diskussion über die Ölung dennoch jetzt nicht neu entfachen. Das tue ich erst wieder dann spätestens im Februar 2017, wenn wie alljährlich alle einsehen werden, dass solche Ölungen doch wieder nichts bringen und auf etwas schwierigeres Terrain zurück umgestellt wird.

Nur vorweg seien ein paar Sätze erlaubt, die ich schon jetzt los werden muss: natürlich ist es für einen durchschnittlich begabten Spieler (sagen wir rund um 180 Schnitt) nett und für das Ego gut, wenn von seinen Spielzetteln reihenweise 200-Schnitt-Ergebnisse strahlen. Sportlich wertvoll ist das nicht.

Übrigens für vielleicht Interessierte: heute musste ich in der Plushalle von informierter Seite erfahren, sprich lernen, dass ein veröffentlichter Hausshot nicht unbedingt auch immer eingehalten wird. Man ändert halt die sogenannte Ratio, ohne es den Aktiven zu sagen (einige Eingeweihte wissen halt dann ein wenig mehr – „weil die meisten Spieler interessiert das ohnehin nicht“) und diese wundern sich dann aber, dass sie sich am Hausshot am Tag X auf einmal viel schwerer tun, als noch am Tag davor. Wenn man nachfragt hört man Stehsätze wie „nein, die Ölung ist für die gesamte Saison gleich“.

Zur Erklärung: in gescheiter Bowling-Literatur kann man nachlesen, dass die „Ratio“ das Verhältnis zwischen der Ölmenge im inneren und äußeren Bahnenbereich beschreibt. Die „Ratio“ gibt Hinweise darauf, wie schwierig das Ölbild zu spielen ist. Je kleiner die Ratio, desto schwieriger ist das Ölbild.

Was sagt uns das? Die Ölung der Bahn ist zwar mit z.B. 40 Fuß gleich „lang“, aber eine Ratio von 1 : 3,5 ist weit schwieriger zu bespielen als eine von 1 : 5,5.

Und ich wusste z. B.  bis gestern nicht (wie wahrscheinlich die meisten Bowler), dass die Ratio dennoch immer wieder geändert wird.

Meine bescheidene Einzelmeinung ist halt: ein veröffentlichtes Ölbild (und dazu gehört, verdammt nochmal, auch die veröffentlichte Ratio) muss auch tatsächlich aufgelegt sein – und wenn die Ratio geändert (z.B. schwieriger gemacht) wird, dann ist das gefälligst zu kommunizieren oder wir lassen das Veröffentlichen überhaupt sein.

Apropos „veröffentlichen“: klickt man auf der LV-Homepage in der Navigation auf Externe Links, dann findet man neuerdings den Satz „Es sind die für die ÖSKB Meisterschaften verfügbaren Bowlinghallen ausschließlich auf der ÖSKB Seite nachzulesen. Wir verweisen auf die Homepage des ÖSKB, siehe externe Link der Homepage“ (wörtlich so abgeschrieben).

Na ja, ich wurde dort nicht fündig. Bin wahrscheinlich ungeschickt gewesen.

Ist auch wurscht für mein Anliegen: ich will einen weitgehend gerechten Sport betreiben und nicht Teil eines wahren Kasperl-Theaters sein, in dem einige Eingeweihte eben mehr Asse im Ärmel haben?

Das alles schreibe ich nicht deshalb, weil ich die Ölung aus diversen Gründen diesmal nicht für mich nutzen konnte, wie auch andere Spieler die unter ihren Erwartungen blieben, sondern einzig und allein deshalb, weil ich mich und viele andere Bowler nicht für dumm verkaufen lassen möchte.

Hoffentlich bin ich in Sachen „Ratio“ nicht Märchenonkeln reingefallen…

Ich nehme an, dass wir in unserer bereits sehr bescheidenen Wettkampfbowling-Szene rund 2/3 Senioren haben, die ihr Spiel nicht jedesmal neu erfinden wollen, wenn jemandem einfällt, auf der Ölmaschine halt ein paar andere Codes drücken zu wollen. Auch wenn das Altersniveau in Hallenligen vielleicht etwas niedriger sein sollte, dann wollen die geschätzten Wettkampfbowler dort ebenfalls nicht immer umlernen. Sie wollen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten schöne entspannte und vor allem spannende Stunden gönnen und ihr Spiel nicht immer neu erfinden müssen.

Das wollen sie aus meiner Sicht und keine sogenannte „leichte“ Ölung. OK, diesen Satz hätte ich mir auch sparen können.

 

Zurück zur dritten 3er-Runde: ehrlich gesagt, so leicht ist die Ölung wieder auch nicht, wenn sich die wirklich Guten ihre Bahnen in kürzester Zeit „kaputt“ spielen und dann selbst immer mehr „Eckzähne“, „Washouts“ oder sonstige entbehrliche „Kraxn“ bekämpfen müssen. Damit erklären sich die anfänglich erwähnten „nicht nur freundlichen Gesichter“ zumindest teilweise.

Tolle Leistungen gab es wie gesagt, sehr zahlreich. Gratulation dazu. Das bunte „Schnitt-Heizen“ ist also wieder eröffnet.

Unser Spiel:     Dritte Runde. Dritter Kampf gegen den Abstieg. Erstmals Plus mit neuer Hausölung. Startmannschaft: die beiden Pfeifers und Martin Liftenegger. Erster Gegner die Black Jack Bowlers auf den Bahnen 7-8. Kein wirklicher Blitzstart, kein Glück im Pinfall, aber sehenswerter Kampf auf Augenhöhe. Wir hatten leider mit 614 zu 637 knapp das Nachsehen. Kurios, dass dem BJB-Team heute buchstäblich alles gelang: einem unserer ursprünglich vermeintlichen Gegner um den Klassen-Erhalt gelangen 6 Siege in Serie. Teils mit wirklich guter Performance, aber im Spiel 6 auf dem wundersamen Bahnen-Paar 5-6 ging der Schmäh, aber nicht das Punktesammeln zu Ende. Insgesamt 25 Splits der beiden Teams brachten das grottenschlechte Ergebnis 476 zu 467, aber die „gewohnten“ 2 Punkte für BJB. Das ist das Schöne am 3er-Bewerb: es reicht, wenn man den Gegner bezwingt. Die gefallenen Pins stehen nicht zur Debatte.

Zurück zu unserem Kampf: Spiel 2 gegen Future-BTA auf 3-4 und das war nicht gerade eine leichte Aufgabe. Nicht, weil Future als einer der potenziellen Gegner im Kampf um den Klassen-Erhalt so stark gespielt hätte, sondern weil die Bahn 3 deutlich „länger“ schien und so längere Strike-Serien eher schwer zu erzielen waren. 582 zu 471 – bei diesen Konditionen gern genommenes Resultat. Harte Bewährungsprobe dann auf 9-10 gegen das Top-Team des Spieltages, Etoile 2 (Günter Weiss-Binder-Toni Stiel). Unsere 639 waren gegen 694 des Gegners deutlich zu wenig, also weiterhin nur 2 Punkte. Spiel 4 ging leider ebenfalls daneben: leider wieder auf 3-4. Walter Rieger machte uns mit 256 als Startspieler von Unistahl 1 das Leben schwer und nicht nur deshalb blieben wir mit 610 zu 652 wieder punktelos. Nicht schlecht gespielt, aber ein altes Sprichwort hat sich bestätigt – wenn es nicht läuft, dann fehlt auch das Pinglück. Wunderbare Gasseneingänge wurden nicht immer auch belohnt. Ab Spiel 5 nahm Martin dann mich statt Andreas Pfeifer ins Team und ich war leider überfordert und fand – wie bislang in diesem Herbst im Team leider allzu oft – nie zu meinem Spiel. Dass jetzt auf 5-6 (dem mit Abstand „trockensten“ Bahnenpaar) gegen Unistahl 2 zu kämpfen war, machte es nicht einfacher. Wir hatten allesamt unsere Probleme mit der Wahl der richtigen Linie, also kein Wunder, dass auch dieses Spiel mit 562 zu 640 danebenging.

Und dann: Schluss-Offensive meiner beiden Spielpartner (M.Pfeifer 246-276, M.Liftenegger 211-243), die mich zu zwei Siegen mitnahmen. Auf 9-10 konnten wir Stadlau mit 639 : 608 bezwingen, ehe wir – zurück auf den „Horror-Bahnen“ 5-6 (jetzt von den beiden Martins schon „durchschaut“) – gegen Etoile 1 mit 708 : 673 unser bestes Spiel des Tages abrufen konnten und mit noch akzeptablen 6 Siegpunkten heimgingen.

 

ighlight

 

 

Unsere Ergebnisse im Detail:

TYROLIA 1

Spiel 1

Spiel 2

Spiel 3

Spiel 4

Spiel 5

Spiel 6

Spiel 7

Serie

Schnitt

Andreas Pfeifer

195

162

202

193

-

-

-

752

188,000

Martin Pfeifer

196

204

203

181

207

246

276

1513

216,143

Liftenegger

223

216

234

236

190

211

243

1553

221,857

Fiala

-

-

-

-

165

182

189

536

178,667

Team-Ergebnis

614

582

639

610

562

639

708

4354

207,333

Gegner

BJB

Future

Etoile2

Unistahl1

Unistahl2

Stadlau

Etoile1

 

 

Ergebnis Gegner

637

471

694

652

640

608

673

4375

 

Punkte

0

2

0

0

0

2

2

 

  6  Punkte

 

Die Besten des Spieltages:

Punktemäßig am stärksten mit je 12 Punkten KSV Wr.Netze/Unistahl 1 (4565 Pins) und Black Jack („nur“ 4217 Pins). Leistungsmäßig, wie schon in Runde 2, Etoile 2 das Maß aller Dinge: gigantische 4702 gespielte Pins (fast 224 Schnitt) und 10 Siegpunkte. Dahinter eher magere Punkte-Konten: Tyrolia 6 (4354), KSV Wr.Netze/Unistahl2 5 Punkte (4285), Etoile 1 mit dem zweitbesten Score von 4610 Pins (mehr als 219 Schnitt) nur 4 Zähler, ebenso wie Future-BTA (aus 3859 Pins !). Für Stadlau blieben mit 4089 Pins 3 Siegpunkte.

Bislang wurde noch selten so deutlich bewiesen, was den 3er-Bewerb ausmacht und interessant gestaltet: es zählt nur der Kampf head-to-head bzw. Nervenstärke und/oder Spielglück im entscheidenden Moment. Ist halt nicht immer für alle auch zum Lachen.

Die besten Spieler des Tages: Michael Loos (KSV Wr.Netze/Unistahl1) 1613 (267/2.Spiel, 236/6.,237/5.), Günter Weiss (Etoile2) 1600 (260/5.,258/7.,253/2.), Anton Stiel (Etoile2) 1588 (268/1.,266/3.,230/2.) und Leo Grundschober (Etoile1) ebenfalls 1588 (265/3.,256/6.,238/7.), Martin Liftenegger (Tyrolia) 1553 (243/7.,236/4.,234/3.), Daniel Hahn (Etoile1)( 1538 (244/2.), Erich Binder (Etoile2) 1514 (248/1.), Martin Pfeifer (Tyrolia) 1513 (Tageshöchstspiel 276/7.,246/6.) und Walter Rieger (KSV Wr.Netze/Unistahl1) ebenfalls 1513 (256/4.,235/2.,234/1.).

Höchste Team-Ergebnisse:  Etoile1 -  740/3., 694/6., 674/1., 673/7., KSV Wr.Netze/Unistahl1 – 737/2., 703/5., Future-BTA – 720/4., Tyrolia – 708/7., Etoile2 – 707/1., 705/2., 694/3., 678/7.

Tabelle nach Runde 3

Pkte

Pins

1.(1)

Etoile 2

32

13523

2.(2)

Etoile 1

24

13372

3.(5)

Black Jack Bowlers

24

12684

4.(6)

KSV Wr.Netze/Unistahl 1

24

11093

5.(4)

KSV Wr.Netze/Unistahl 2

18

12668

6.(3)

Stadlau 1

18

12556

7.(8)

Tyrolia 1

14

12294

8.(7)

Future-BTA 1

14

11994

 

Zusammenfassung:      Wieder wurde die Tabelle gehörig durcheinander gewirbelt. Etoile 2 bestätigte die gute Form aus der 2. Runde und die Vereinskollegen von Etoile 1 haderten wohl mit Recht über die magere Punkteausbeute mit dem erzielten Spitzen-Ergebnis von 4610 Pins. Fast das Punktemaximum für BJB hingegen mit fast 400 Pins weniger hat wohl gestern niemand erwartet. Ich darf das sagen: alt, aber gut! Zur Saison-Halbzeit wird es für Tyrolia und Future-BTA jetzt schon langsam eng, nachdem ja 2 Absteiger zu ermitteln sind.

Bis bald

Walter