TYROLIA AM BALL – unter diesem Titel berichtet Walter Fiala über diverse Veranstaltungen.

 

STM 2017_5er Herren_10. und 11.06.2017, Plus

 

Die Bedingungen:        Die ÖSKB-Verantwortlichen haben für den abschließenden Herren Team-Bewerb das eher anspruchsvolle Ölbild ROUTE 66 (40uL oil per board und 45 feet oil pattern distance) aus der Kegel Challenge Series ausgewählt und damit an sich, wie ich meine, keine schlechte Wahl getroffen. (Nicht nur) aus meiner rein subjektiven Sicht gab es einige Überraschungen: wir kennen schon das Problem, dass Ölbilder ihre Charakteristik sehr schnell verlieren (das war noch nicht überraschend), aber einen so schnellen Einbruch, sprich: so rasch „tot gespielte“ Bahnen habe ich persönlich nicht erwartet. Und auch die Tatsache, dass wir gemäß veröffentlichtem Ölbild an sich bis etwa zum zehnten Board außen „offenere“ Bahnen erwartet hatten, war ein Trugschluss. Außen „ging“ eher nichts, daher entschloss sich ein Großteil der Spieler für einen Ball-Weg über die Mitte, um eine halbwegs sichere Strike-Linie zu finden. Vielleicht deswegen für Rechtshänder vermutlich auch der rasche Einbruch der Loipen. Eine geringfügige Temporeduktion oder minimal kürzere Ballauflage brachten sofort Splits und meist unspielbare Bilder. Lästig auch an beiden Spieltagen die hartnäckigen Grundlinien-Pins. Aus dem Mund guter und bekannter Bundesländer-Teilnehmer waren nicht unter anderem Sätze wie „ein Wahnsinn, wie oft hier bei euch auch bei besten Kugeleinläufen Grundlinien-Pins stehen bleiben, als ob sie nicht dazu gehörten“ oder „schon gestern hatte ich bei 10 scheinbar exakten Gassen-Eingängen gerade einmal 2 Strikes“ u.a.m. Wir Wiener kennen das Problem gut: Twister-Pins fallen zwar leichter, steigen aber dabei auch gerne einmal auf und 10er, 9er, 8er oder 7er lachen uns an, als ob es sie nichts anginge. Lacht ständig der 10er, so ist es oft nach entsprechender Korrektur eben der 7er. Ist eben so. Müssen wir akzeptieren. Aufgeben werden wir deswegen nicht. An den sogenannten „guten“ Tagen hat man dann dafür auch wieder zahlreiche Strike-Serien und an den „schlechten“ Tagen können wir machen, was wir wollen: abwechselnd „eins glatt-eins verkehrt“ ist dann noch im Vergleich zu Split-Orgien die angenehmere Variante. Vielleicht (nein: sicher) kommen wir auch immer wieder, weil an den sprichwörtlichen „guten“ Tagen das sogenannte „Strike-Gefühl“ unendlich angenehm rüberkommt. Einem Nicht-Bowlingspieler kann man das nur schwer beschreiben. Übrigens auch die Tatsache nicht, dass man heute 220 Schnitt spielen kann und morgen vielleicht kaum 175.

Zurück zu den Team-Staatsmeisterschaften 2017: der erste Finaltag (die Herren spielten im Bahnenbereich 21 – 30) mit den eingangs beschriebenen Bedingungen – wird den meisten aktiv Beteiligten wohl doch eher positiv in Erinnerung bleiben, als der Vatertag (der zweite Finaltag). Die Bahnen 25-30 waren am Sonntag wahrlich noch zäher zu bezwingen, was sich auch in den erreichten Ergebnissen widerspiegelte. Spätestens ab dem dritten Spiel waren, zumindest für die meisten Rechtshänder, kaum mehr vernünftige Linien zu finden, die einen rechten Gassen-Eingang versprachen. Die Kugelwahl war leider egal. Aufgrund der weiten Ball-Wege waren bombige Strike-Serien ebenso an der Tagesordnung wie serienweise Splits.

Nur KSV Wr.Netze/Unistahl1 (allerdings angesichts des angepeilten STM-Titels bereits aus fast aussichtsloser Position) und der 1. VBC Lauterach (Vorarlberg) konnten sich gegenüber dem Vortag steigern.

Aus meiner Sicht sehr erfreulich, dass sich die Lauteracher (Vorarlberg) für den zweiten Finaltag überhaupt qualifizieren konnten und dann dort auch reüssierten. Der auch ohne Megaphon als „Stadion-Sprecher“ durchaus taugliche Tobias Vollstuber pushte sein ambitioniertes Team einerseits zum Sieg im West-Derby gegen den Bowling Strike Club Salzburg und andererseits zum Sieg gegen den späteren Staatsmeister Etoile 1, der mit 2 Pins Vorsprung (976 zu 974) dann noch knapper ausfiel als zwischenzeitlich zu erwarten gewesen wäre. Enttäuscht waren vermutlich die Spieler des KBSV aus Kärnten (Martin Offner, Florian Felsberger & Co), die den Einzug in den finalen zweiten Spieltag deutlich verfehlten. Der Bowling Strike Club Salzburg war auch heuer wieder eine sichere Bank für den zweiten Finaltag.

Die Plushalle war – wie in den vergangenen Jahren immer – bestens gerüstet und erwies sich als routinierter Veranstalter. Top und sehr kundenorientiert – vielen Dank dafür – das angebotene kleine Gratis(!)-Buffet in der, im Sinne der Sportler kurz gehaltenen, Mittagspause am Samstag.

Darüber hinaus erfreulich: an beiden Tagen gab es keine erwähnenswerten technischen Probleme.

 

Unser Spiel:     Seit unserem einzigen 5er-Staatsmeistertitel 1998 konnten wir uns bislang nicht mehr für das Finale der besten Teams aus ganz Österreich qualifizieren. Im Weg stand uns (übrigens nicht nur uns, sondern den meisten Aufsteigern aus der zweithöchsten Wiener Spielklasse auch) der sprichwörtliche Paternoster-Betrieb. Das heißt: fast alle Aufsteiger teilten seit damals mit uns das Schicksal, nach dem Aufstieg im darauf folgenden Spieljahr sofort wieder absteigen zu müssen und deswegen die Qualifikation für die Staatsmeisterschaften zu verpassen. Heuer klappte es nach langen 19 Jahren wieder einmal. Nach Verstärkungen im Sommer konnten wir endlich einmal wieder das Saisonziel Klassenerhalt erreichen und uns mit den Besten der Besten im Kampf um den Staatsmeistertitel messen. Vom Staatsmeister-Team 1998 waren freilich nur mehr Heini Bittner und ich an Bord.

Wie schon in der letzten Runde der Wiener Liga badeten wir allerdings auch diesmal leider nicht gerade im Personal-Überfluss: einer unserer Besten in diesem Jahr – Andreas Pfeifer – weilt auf Urlaub in Amerika, Manuel Krotendorf und Vali Erben sind nach Verletzungen noch nicht komplett wieder hergestellt (und deshalb auch nicht gerade mit Selbstvertrauen für diesen ersten Auftritt in einem STM-Finale der Teams gesegnet) und Leon Lackner fehlt auch noch die nötige Routine und das Selbstverständnis für solche Herausforderungen. Wir starteten also mit dem Team Krotendorf-Fiala-Bittner-Martin Pfeifer-Liftenegger – und vielleicht mit Ausnahme von Martin Pfeifer (der aber auch über unguten Pinfall haderte) kamen wir auf den anspruchsvollen Bahnen nicht gleich zurecht. Dennoch ein knapper Sieg (926:916) gegen den KBSV (Kärnten), u. a. deswegen, weil deren Topmann Martin Offner erst im 7. Frame eine Linie fand und dann ausstrikte. Kein gelungener Auftritt dann gegen den Co-Favoriten Unistahl 1 (892:966), obwohl auch Gross & Co noch erkennbare Probleme mit dem Terrain hatten. Es folgte ein nicht überzeugender Sieg gegen die Striking Eagles aus Tirol (902 : 865) und – nach Spielerwechsel Leon Lackner für Manuel Krotendorf – eine nicht erwartete Schlappe gegen Lauterach (Vorarlberg). 836 zu 943. Leon Lackner wurde nach Fehlstart wieder aus dem Team genommen (für meine Begriffe eigentlich zu früh) und mit Manuel Krotendorf rückgetauscht. Der Erfolg dieser Maßnahme war überschaubar, aber immerhin konnte der Wiener Liga-Rivale Stadlau nach hartem Kampf mit 950 zu 941 bezwungen werden. Neuerlicher Tausch: ein entnervter Manuel Krotendorf machte diesmal für Valentin Erben Platz. Es setzte wieder eine deutliche Schlappe. Diesmal gegen den Bowling Strike Club Salzburg, der uns in allen Belangen überlegen war. 847 zu 965. Jetzt wurde es für uns langsam eng im Kampf um einen der sechs Finalplätze am Sonntag. Ein Befreiungsschlag gegen das wohl schwächste Team dieses ersten Finaltages, Strike Power St. Pölten (rund um den auch in Wien bekannten Sebastian Pfleger): 1021 zu 842 (hurra, der erste und leider einzige 1000er an diesem Finalwochenende). Im vorletzten und immerhin achten Spiel des ersten Finaltages konnten wir noch einmal den Siegpunkt (wird in 50 Bonuspunkte umgerechnet) einsacken: die Leondinger City Strikers blieben weit unter den Erwartungen und wurden sicher mit 972 zu 798 bezwungen. Das Schluss-Match konnten wir mit dem gleichen Score von 972 nicht gewinnen. Gegner war Etoile, das Team, das zu diesem Zeitpunkt bereits fast uneinholbar in Führung lag und mit abschließenden 1019 gegen uns den ebenso beachtlichen wie beruhigenden Vorsprung von sage und schreibe 587 gespielten Pins fixieren konnte. Zusammen mit den 400 Bonuspunkten (aus 8 Siegen in 9 Spielen) ergab das 9984 Punkte.

Wir zogen als Fünftplatzierter ins Finale ein. Eine Platzierung, mit der wir angesichts der angespannten Personalsituation durchaus zufrieden sein konnten.

Am Finaltag war dann leider die Luft draußen. Wir konnten vom Start weg in keiner Phase zu unserem Spiel finden, wenn man von den beiden herzeigbaren Spielen – 234 meiner Wenigkeit und 225 von Martin Pfeifer, jeweils im 2. Spiel gegen Etoile – absieht. Leon war nicht mehr an Bord, Manuel konnte leider wieder nicht mit seinem Spiel zufrieden sein und Vali mühte sich (durchspielend) redlich. Heini Bittner war total von der Rolle, sichtlich und hörbar genervt und hatte nach zwei Spielen endgültig genug. Für ihn kam Manuel in die Mannschaft. Nur Martin Pfeifer bewegte sich annähernd am Rande seiner Möglichkeiten bei diesen Verhältnissen und erreichte immerhin über 192 Schnitt. Ich hielt mich mit dem 234er Spiel halbwegs über Wasser, erreichte aber auch nicht einmal 180 Schnitt. Martin Liftenegger kam leider überhaupt nicht zurecht.

Alle Tyrolia-Details siehe folgende Tabelle.

Unsere Ergebnisse im Detail:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Samstag

Samstag

Spiel

1

2

3

4

5

6

7

8

9

Serie

Schnitt

Krotendorf Manuel

168

134

173

-

145

-

-

-

-

620

155,000

Fiala Walter

170

171

205

168

182

233

227

184

181

1721

191,222

Bittner Heinrich

198

190

183

173

178

121

245

205

180

1673

185,889

Pfeifer Martin

221

201

163

185

243

139

170

231

247

1800

200,000

Liftenegger Martin

169

196

178

179

202

189

208

179

228

1728

192,000

Lackner Leon

-

-

-

131

-

-

-

-

-

131

131,000

Erben Valentin

-

-

-

-

-

165

171

173

136

645

161,250

Team-Ergebnis

926

892

902

836

950

847

1021

972

972

8318

184,844

Gegner

KTN

UNI

TIR

VBG

STAD

SBG

STP

ETO

 

 

Ergebnis Gegner

916

966

865

943

941

965

842

798

1019

8255

 

Punkte

50

0

50

0

50

0

50

50

0

250

 

Gesamt Tag 1

976

892

952

836

1000

847

1071

1022

972

8568

Rang 5

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag

Sonntag

STM Ges.

STM Ges.

Spiel

10

11

12

13

14

Serie

Schnitt

Serie

Schnitt

Krotendorf Manuel

-

-

156

199

134

489

163,000

1109

158,429

Fiala Walter

163

234

168

174

155

894

178,800

2615

186,786

Bittner Heinrich

184

125

-

-

-

309

154,500

1982

180,182

Pfeifer Martin

155

225

190

193

200

963

192,600

2763

197,357

Liftenegger Martin

182

151

157

160

146

796

159,200

2524

180,286

Lackner Leon

-

-

-

-

-

0

0

131

131,000

Erben Valentin

165

161

159

129

177

791

158,200

1436

159,556

Team-Ergebnis

849

896

830

855

812

4242

169,680

12560

179,429

Gegner

SBG

ETO

UNI

STAD

VBG

 

 

 

 

Ergebnis Gegner

914

1014

1039

848

945

4760

 

 

 

Punkte

0

0

0

50

0

50

 

300

 

Gesamt Tag 2

849

896

830

905

812

4292

 

12860

Endrang 6

 

Die Anderen und die Tagesbesten:      Alle Details zu den Team-Staatsmeisterschaften 2017 können im ÖSKB-Link auf der LVWB-Homepage nachgelesen werden.

Nur einige Statistikdaten seien hier noch nachgereicht.

SAMSTAG:

Nur Etoile 1, der nunmehrige überlegene Staatsmeister 2017 erreichte über 200 Mannschaftsschnitt (9584 gespielte Pins/212.98 Schnitt). 2 Teams landeten letztlich bei mehr als 190 Schnitt: der nunmehrige Zweitplatzierte KSV Wr.Netze/Unistahl1 (8997/199,93 Schnitt) und die nunmehr bronzenen Stadlauer (8635/191,89 Schnitt). Nur 6x wurden Team-Scores 1100+ erreicht – Spitze dabei wieder Etoile 1 mit 1175 im 2. Spiel.

Beste Einzelspieler: 1x 2000+ (Kurt Weiss, Etoile, 2006 / 222,9 Schnitt), 2x 1900+ (Patrick Stiel, Etoile, 1969 und Thomas Tybl, Unistahl, 1915 mit dem Tageshöchstspiel 278 im 3. Durchgang), 8x 1800+ (Leo Grundschober 1899,Günter Weiss 1873, Daniel Hahn 1837/alle Etoile, Thomas Gross 1849 und Alex Rauscher 1836/beide Unistahl, Michael Mayer 1837 und Jürgen Huprich 1828/beide Bowling Strike Club Salzburg und Martin Pfeifer, Tyrolia, 1800), 6x 1710+ (Tobias Vollstuber, 1.VBC Lauterach, 1770, Andreas Kocher, Bowling Strike Club Salzburg, 1770, Martin Liftenegger 1728 und Walter Fiala 1721/beide Tyrolia, Florian Felsberger, KBSV, 1726 und Andreas Leb, Stadlau, 1717.

Die 10 Teams setzten insgesamt 60 Spieler ein, von denen 40 (2/3) alle 9 Spiele durch spielten und eben 17 davon einen Schnitt von 190+ erreichten.

SONNTAG:

Die Ergebnisse lagen teils deutlich unter dem Vortags-Niveau. Es erreichten 2 Teams einen Mannschaftsschnitt 200+, nämlich Unistahl (5186 / 207,44 Schnitt) und Etoile (5046 / 201,84).

Von den 30 Team-Spielen lagen 9 über 1000 (30 %). Tageshöchstspiel Etoile mit 1102/1. Spiel.

Beste Einzelspieler: 1x 1100+ (Roman Fürbacher, Unistahl, 1110), 7x 1000+ (Benji Kubalek, 1068 und Alex Rauscher 1066/beide Unistahl, Patrick Stiel 1058, Leo Grundschober 1037 und Daniel Hahn 1008/alle Etoile, Wolfgang Kühlechner 1043 und Tobias Vollstuber 1000/beide 1.VBC Lauterach). Das Tageshöchstspiel erreichte Robert Skach mit 276 im 3. Durchgang.

 

Nachdem unser ÖSKB-Sportdirektor an diesem – auch für ihn – anstrengenden Wochenende sehr gnädig war und von den 3000 möglichen Bonuspunkten immerhin 3050 verteilte (das 4. Sonntagspiel zwischen Lauterach und Etoile endete 976 zu 974 und wurde für beide Teams positiv eingetragen) gebe ich hier die tatsächlich erzielten Gesamtpunkte der Medaillengewinner wieder:

GOLD              Etoile 1 mit 15180 Punkten (14630 gespielte Pins + 550 Bonuspunkte)

SILBER            KSV Wr.Netze/Unistahl 1 mit 14733 Punkten (14183 + 550)

BRONZE          Stadlau 1 mit 13537 Punkten (13237 + 300)      

 

Ich gratuliere allen Medaillen-Gewinnern nochmals recht herzlich.

 

Zusammenfassung:       Etoile 1 beendete eine hervorragende Saison mit dem verdienten Titel auch im Königsbewerb, nachdem man schon im Doppel und im 3er-Bewerb auf Gold landen konnte. Es wäre verfrüht, schon von einer Wachablöse zu sprechen, denn wir alle kennen das Potenzial und den Siegeswillen der Unistahl-Sportler. Aber doch ein wenig interessanter fand ich die Bewerbe in diesem Sportjahr allemal. Tut unserem Sport sicher gut und den ohnehin sieggewohnten Unistahl-Teams nicht wirklich weh. Im Team-Bewerb konnte man die beiden direkten Duelle mit Etoile 1104 : 1049 und 1030 : 1008 glatt gewinnen. Ich freue mich auf die nächste Saison und auf neue Herausforderungen.

Bleibt gesund und habt einen schönen Sommer.

Bis bald

Walter