TYROLIA AM BALL – unter diesem Titel berichtet Walter Fiala über diverse Veranstaltungen.

 

Österr. Cup 2016, Damen und Herren – 31.10. und 1.11.2016, Plus

 

Die Bedingungen: Traditioneller Austragungsort Plushalle, aber außergewöhnliche Termingestaltung. Erstmals (zumindest soweit ich mich erinnern kann - und ich bin unserem Sport immerhin schon fast 50 Jahre verbunden) wurde ein Pflichtbewerb an einem Werktag-Vormittag angesetzt, was nicht nur positiv angenommen wurde. Diesen Umstand will ich an dieser Stelle nicht weiter kommentieren, denn darüber wurde schon berechtigt viel zu viel diskutiert. Nur eines: ich wünsche unserem Sport dringend, dass ein Werktags-Termin für einen Österreich-weiten Pflichtbewerb eine Eintagsfliege bleibt.

Im starken Gegenwind muss dennoch ein Umstand positiv hervorgehoben werden: durch die voraussehbaren Absagen diverser Mannschaften (im besten Fall mit berufsbedingten Verhinderungen begründet) musste der Austragungsmodus vom ÖSKB immer wieder flexibel neu erarbeitet werden, was letztendlich bravourös gelang und dazu beitrug, dass am Ende bei Damen und Herren zwei Tage lang sportlich gerecht und reibungslos um diese wichtige Trophäe gekämpft werden konnte.

Nach wie vor bin ich persönlich kein Verfechter der bevorzugten Behandlung der Vorjahrs-Sieger und Bundesländer-Besten, möchte das aber ebenso nicht nochmal diskutieren. Dass das weitere sogenannte „ZuckerlKleiner Preis gottseidank mangels genügend Teilnehmer bei den Damen diesmal entfallen war, störte niemand wirklich. Die Teilnahme am Österr. Cup muss für jeden Bowling-Verein auch ohne „Zuckerl“ attraktiv genug sein.

Die neue Hausölung der Plushalle hatte an den beiden Spieltagen ihre erste wirkliche Nagelprobe unter Wettkampfbedingungen im 4er- bzw. 5er-Rhythmus. Erwartungsgemäß wurden schon zahlreiche Highlights geboten, aber ich bin sicher kein Prophet, wenn ich sage, dass es auf dieser neuen, „einfacheren“ Bahnen-Ölung eine wahre Rekord-Flut geben wird, die nicht nur lachende Gesichter zur Folge haben dürfte. Na ja, so „einfach“ war die Sache dann auch wieder nicht, weil die Bahnen mit Fortdauer des Spiels deutlich einbrachen, was dazu führte, dass im Schluss-Spiel des Finales von den 10 Top-Herren nur ein einziger, nämlich Alex Rauscher mit 211, ein Spiel 200+ erreichen konnte. Zu volle Gassen-Eingänge, Splits, „Eckzähne“, „Wash-Outs“ und „Durchstiche“ wurden mehr und mehr zur Plage – selbst für die bekannten Power-Bowler. Dennoch: wenn die Spitzenleute erst einmal ihren Weg gefunden haben (und das dauert nicht lange), dann werden Mittelklasse-Spieler und Spieler aus der erweiterten Spitze schauen, wie weit weg und unerreichbar dann die Quoten des Topsegments sein werden. Und das wird nicht nur Spaß machen – im Gegenteil. Man wird dann bald wissen, was das eigene Spiel tatsächlich wert ist. Und dann hilft es nichts mehr, wenn die eigenen Resultate durch weitgehend angenehme Ölung „aufgehübscht“ wurden. Man kann es drehen, wenden und nachjustieren wie man will: die Spitze ist deswegen Spitze, weil sie besser spielt und auch mehr dafür tut. Und das ist gut so. In anderen Sportarten kann man auch nicht ohne entsprechenden persönlichen Einsatz sofort an der Spitze mitspielen – wäre auch äußerst unattraktiv, so eine Situation. Wir sollten auf der Hut sein, um unseren geliebten Sport nicht mutwillig kaputt zu machen. Ich glaube übrigens nicht daran, dass man mehr trainiert, wenn es eh von selbst läuft.

Wir müssen unsere bereits sehr überschaubare Sportler-Gruppe zusammen halten und da gibt es sicher zukunftssichere und nachhaltige Maßnahmen. Nicht sofort fällt mir dabei ein, dass man die Rahmenbedingungen so zu gestalten hat, dass eine Top-Leistung wertlos wird, weil sie schon mit geringer Anstrengung erreicht werden kann. So verliert man sehr bald den Spaß an der Sache. Jeder Sportler sucht die Herausforderung.

Es tut persönlich gut, wenn man das vermeintlich Unmögliche möglich macht, aber es wird bald fad, wenn das „jede/r“ kann. Bedenken wir das gemeinsam.

Noch eines zum Cup-Event in der Plushalle: die routinierte Crew der Halle war wieder ein ausgezeichneter Gastgeber und die Technik machte keinerlei Probleme.

Einmal mehr möchte ich an dieser Stelle Gerhard Schindler für den ausgezeichneten Ergebnisdienst danken. Ein kurzer Dialog sei hier wiedergegeben. Nur wenige Minuten nach Ende des Bewerbs am Montag fragte ich (als sonst immer alle Spielzettel mühsam abfotografierender „Reporter“): „Gerhard, wirst du auch heuer wieder die Detail-Ergebnisse ins Netz stellen?“ „Nein - sie stehen schon drinnen“, war die Antwort. Ohne Worte – danke.

 

DIE BESTEN SPIELERINNEN, DIE BESTEN SPIELER:

 

ACHTELFINALE / VORRUNDE (Montag, 31.10.2016)

(Damen – 5 Spiele Round Robin, 6 Teams / Herren – 5 Spiele Round Robin in 3 Gruppen, 16 Teams)

Damen: Wilma Spitzmüller (Tyrolia 1) 1002 (235/2. Spiel), Jaqueline Witura (KSV Wr.Netze/Unistahl2) 1001 (Höchstspiel Vorrunde 259/3.,232/2.), Maureen Santos (BSC Phönix) 965, Anneliese Schoppik (Tyrolia 1) 936.

Herren: Martin Leb (Stadlau) 1174 (Höchstspiel Vorrunde 279/3.,244/5.), Marco Pilecky (KSV Wr.Netze/Unistahl 2) 1165 (246/2.,243/4.,241/5.), Johann Riegler (BJB) 1161 (248/2.,243/5.,244/1.,236/3.), Günter Weiss (Etoile) 1143 (Höchstspiel Vorrunde 279/4.,278/2.), Leo Grundschober (Etoile) 1133 (245/1.,244/4.,230/5.).

 

Unser Spiel:     Unser 1. Damen-Team (Schoppik-Resch-Fiala-Spitzmüller) belegte in der Achtelfinal-Round Robin hinter KSV Wr.Netze/Unistahl 2 den guten 2. Platz und erreichte locker das Viertelfinale. Tyrolia Damen 2 (Liftenegger- Wildmann/Holzschuh-Hinger-Peter) war ersatzgeschwächt (ohne Budicek, Hartner) leider deutlich überfordert – als Gruppenletzter ausgeschieden.

Die beiden Herren-Teams stiegen jeweils als Zweitplatzierte der Achtelfinal-Gruppe ins Viertelfinale auf. Herren 1 (Kukla-A.Pfeifer-Fiala-M.Pfeifer-Liftenegger) hinter Black Jack und Herren 2 (Horak-Fill-Brock-May-Schoppik) hinter Vienna Striker.

Alle Details sind via ÖSKB-Link auf der LVWB-Homepage unter „Bewerbe“ nachzulesen.

 

 

VIERTELFINALE (KO-System / Montag, 31.10.2016)

Damen: Christine Fiala (Tyrolia 1) 570, Monika Schmotz (Casino) 565, Michaela Angeloff (BSC Phönix) 550, Wilma Spitzmüller (Tyrolia 1) 547.

Höchstspiel: Evelyn Baylosis (Etoile) 226/1.

Höchste Teamserie: Etoile 2094 Pins (174,5 Schnitt).

Herren: Dusan Kometter (BJB) 739 (247-223-Höchstspiel 269), ebenso 739 erreichte Patrick Stiel (Etoile) (233-248-258), Leo Grundschober (Etoile) 738 (257-248-233), Alex Rauscher (KSV Wr.Netze/Unistahl 1) 713 (206-253-254), Daniel Hahn (Etoile) 711 (247-247-217). Alex Pittesser und Martin Leb (beide Stadlau) waren im 1. Spiel mit 263 pingleich.

Höchste Teamserie: Etoile 3458 (230,5 Schnitt).

 

Unser Spiel:     Leider Endstation für die 1. Damen-Mannschaft (gleiche Aufstellung wie im Achtelfinale) mit 2020 : 2094 gegen Etoile und die 2. Herren-Mannschaft (Felix Weissensteiner statt Sepp Fill) mit 2787 : 3202 gegen den Bewerb-Favoriten KSV Wr.Netze/Unistahl 1.

Die 1. Herren-Mannschaft (gleiche Aufstellung wie im Achtelfinale) bezwang die beste Bundesländer-Mannschaft aus dem Vorjahr (die Innsbrucker Striking Eagles) deutlich mit 3032 : 2697 und stieg ins Halbfinale auf.

 

HALBFINALE (KO-System / Dienstag, 1.11.2016)

Damen: Jaqueline Witura (KSV Wr.Netze/Unistahl 2) 713 (244-201-Höchstspiel 268), Tamara Adler (Etoile) 703 (257-212-234), Ivonne Gross (KSV Wr.Netze/Unistahl 1) 652, Karin Krist (Etoile) 607.

Etoile mit 2325 Pins (193,75 Schnitt) am stärksten.

Herren: Alex Rauscher (KSV Wr.Netze/Unistahl 1) 711 (210-256-245), Leo Grundschober (Etoile) 704 (209-238-257), Michael Loos (KSV Wr.Netze/Unistahl 1) 688.

Höchstspiel: Benjamin Hochstöger (KSV Wr.Netze /Unistahl 1) 269/2.

Die nunmehrigen Finalisten Etoile mit 3189 (Schnitt 212,6) knapp stärker als KSV Wr.Netze/Unistahl 1 mit 3181 am stärksten. Diese Situation versprach ein interessantes Finale.

 

Unser Spiel:     Änderung zum Vortag: der am Werktag beruflich verhinderte Manuel Krotendorf kam statt Martin Pfeifer ins Team, um gegen das „Hammer-Los“ Etoile 1 weiter Erfahrungen sammeln zu können. Ob das klug war - stand doch immerhin ein Top-Mann unseres Teams nur hinten – mögen andere beurteilen. Wir waren in Summe mit immerhin 2926 Pins (195,7 Schnitt) recht ordentlich unterwegs, hielten die 3 Spiele ziemlich lange offen, waren aber letztendlich gegen die massiven Strike-Serien von Grundschober & Co ab Mitte des letzten Spiels chancenlos. Der Rückstand von 77 Pins aus den Start-Spiel war eine zu große Bürde.

 

FINALE (Dienstag, 1.11.2016)

Damen: Jaqueline Witura (KSV Wr.Netze/Unistahl 2) 701 (237-Höchstspiel 267-197), Karin Krist (Etoile) 636 (244/2.), Tamara Adler (Etoile) 601.

Herren: Michael Loos 681 (255-243-183), Alex Rauscher 654 und Benni Hochstöger  649 (alle KSV Wr.Netze/Unistahl 1), Günter Weiss 642 und Leo Grundschober 641 (beide Etoile). Daniel Hahn (Etoile) fand leider in diesem spannenden Finale in keiner Phase zu seinem Spiel und konnte seine Kollegen nicht wie gewohnt mitreissen und unterstützen. Schade. Solche Situationen machen aber jeden Sportler letztlich noch stärker.

 

DIE CUP-SIEGER 2016

Damen:            KSV Wr.Netze/UNISTAHL 2 (2331) : Etoile (2274)        

Herren:            KSV Wr.Netze/UNISTAHL 1 (3188) : Etoile 1 (3034)      

 

Das Spiel um Platz 3 wurde nicht ausgetragen. KSV Wr.Netze/Unistahl 1 und der BSC Phönix bei den Damen sowie die Black Jack Bowlers und Tyrolia 1 bei den Herren teilten sich den 3. Platz und kamen so ebenfalls in den Genuss der Bundeshymne auf dem Siegertreppchen.

 

Ich gratuliere allen erfolgreichen Teams zu ihren Leistungen. Teilweise Weltklasse-Ergebnisse. Alle Achtung.

 

AUSTRAGUNGSMODUS UND ALLE DETAIL-ERGEBNISSE KÖNNEN VIA ÖSKB-LINK (LVWB-Homepage rechts unten) UNTER „BEWERBE/BEWERBE 2016-2017/CUP 2016“) NACHGELESEN WERDEN.

 

 

Zusammenfassung:      Mal sehen, was die von allen LV gemeinsam erarbeitete „Hofierung anreisender Teams“(um es neutral auszudrücken) für die Zukunft bringt“ – so lautete mein Schlusswort im Vorjahr. Die Ergebnis-Beurteilung überlasse ich anderen – wird aber nicht einfach sein durch die Besonderheit der Terminwahl…

Fest steht nach diesen zwei Wettkampf-Tagen jedenfalls: es waren spannende Spiele und man hat teilweise extrem hohes Ergebnis-Niveau bewundern dürfen.  Mein Vorjahrs-Schlusssatz „Austragungsmodus hat durchaus Potenzial  und ist aus meiner Sicht nach einigen Anpassungen und der Ausmerzung von Schwachstellen und/oder Kritik-Punkten (die man ja hoffentlich auch weiterhin bescheiden ansprechen darf) auch zukunftsweisend“ gilt auch unverändert weiter.

Bis bald

Walter