TYROLIA AM BALL - unter diesem Titel berichtet Walter Fiala über diverse Veranstaltungen.

 

1. Klasse 3er Herren 2015/16 - 2. Runde, 18.10.2015, Cumberland

 

Die Bedingungen:        Keine Ernüchterung sondern Rückkehr zur Realität: ja, in der Cumberland-Halle gibt es anspruchsvollere Bahnen-Ölung als anderswo. Aber das tut uns gut. Das tut unserem Sport gut. Wir sind gottseidank großteils noch in der glücklichen Lage, uns das Material zu beschaffen, von dem wir uns Jahr für Jahr Leistungssteigerung bzw. Verbesserung des eigenen Spiels erwarten dürfen – und der Sportler/die Sportlerin in uns muss oft gar nicht mehr allzu viel beitragen, um herzeigbare Ergebnisse zu bringen. Aus meiner Sicht macht diese Situation nicht glücklicher sondern nur ärmer – und zwar an Wettkampf-Erfahrung. Und unempfindlich für die realistische Einschätzung der eigenen Spielstärke. Wenn uns bei sogenannten „einfachen“ Bahnen-Verhältnissen die Ergebnisse oft nur in den Schoß fallen, ohne wirklich gut gespielt zu haben, dann bringt das vielleicht kurzfristig ein gewisses Glücksgefühl, aber umso härter empfinden wir dann den Rückfall in die „Normalität“. Ich gönne jedem Spieler und jeder Spielerin jede erzielte Traumquote wirklich von ganzem Herzen und gratuliere dazu immer gerne, aber angesichts von Sonderleistungen in unheimlicher und nicht enden wollender Serie verblasst die Wertigkeit der einzelnen Leistung sehr rasch. Und dann frage ich mich, was das für unseren Sport wirklich bringen soll.

Die Damen mögen mir verzeihen, wenn ich jetzt die Herren unserer kleinen aber im internationalen Vergleich durchaus gut da stehenden Bowling-Nation herausgreife, aber wir haben halt realistisch nur vielleicht 20 „echte“ 200-Schnitt-Spieler und wollen uns mit „freundlichen“ Bahnen-Verhältnissen eine breitere Leistungsdichte vorgaukeln.

Das hilft nichts und das bringt nichts. Die „wirklich Guten“ werden bei leichten und schweren Ölungen immer etwa 10 – 20 Schnittpins vor den eben „nur vorgegaukelt Guten“ landen – und es bringt dieser (weit größeren) Gruppe noch mehr Frust, wenn bei „leichten“ Bahnen wunderbare 220 oder 230 noch immer nicht zum Sieg reichen. Und die bösesten Spieltage sind dann die auf schwierigerem Terrain, wenn man den Spiegel vorgehalten bekommt und merkt was man wirklich kann.

Es ist ein Aberglaube, dass Bowling mehr Spaß macht, wenn man immer höher spielt, als es das eigene Leistungsvermögen eigentlich erlauben würde. Man stumpft ab, belügt sich selbst, verlässt sich nur mehr aufs Material, verbessert nicht sein Spiel und ärgert sich, wenn Trainingsfleiß und/oder Talent nicht mehr gebührend belohnt wird.

Und: wie gesagt – die „wirklich Guten“ erreicht man so noch weniger.

Also: aufwachen, bitte!

Zurück zum heutigen Spieltag in der Cumberland-Halle: angenehme Atmosphäre, keine Technik-Probleme, „normale“ Ölung – und (siehe da) von den nur 15 kompletten 7er-Serien (tauschte man so viel, weil man nicht wahr haben wollte, dass die Leistungen eh passten?) lagen nur 3 über 200 Schnitt. Ich sage: das passt so. Es zeigt das echte Leistungsvermögen der 1. Klasse Herren. Man muss sich halt mit 190 Schnitt nicht genieren, sondern sollte sich darüber freuen können.

Ja, ich bleibe dabei: ein 200er ist nicht nichts. Über eine 200-Schnitt-Serie muss man sich bei uns freuen dürfen und diese Leistung nicht gering schätzen lassen, nur weil anderswo vielleicht x Leute 240 Schnitt herunter geklopft haben.

Der Sportausschuss senkte die A-Schnitt-Grenze auf 190 und wir machen die Bahnen „leichter“!?

Muss ich das verstehen?

Dass ich mit diesen, meinen Äußerungen nicht nur wohlwollende Kritiken ernten werde, ist mir voll bewusst. Ich glaube aber andererseits auch, dass ich vielen damit aus der Seele spreche.

 

Unser Spiel:     Wir spielten anfangs in der Besetzung Bittner-Fiala-Liftenegger und sahen uns wieder dem Phänomen gegenüber, dass die eigene zweite Mannschaft immer schwer zu bekämpfen ist.  Nach unserem „überraschenden“ Sieg in Runde 1, waren wir heute im Startspiel auf 9-10 wieder williges Opfer. 543 zu 602. Danke. Gegner 2 war Future-BTA auf 7-8. Optimal lief es noch nicht, aber mit 603 zu 537 waren die ersten 2 Punkte eingefahren. Strike & Spare war auf 5-6 im 3. Durchgang wieder einmal nicht zu biegen. Wir blieben nach 549 zu 593 auf unseren 2 Punkten stehen. Ein Kuriosum am Rande: Strike-Kapitän Christian Provaznik räumte den Split aller Splits, 7 – 10, merkte das aber erst, nachdem alle rundum jubelten. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: da wartest du jahrelang auf dieses „Ereignis“ und dann kriegst du es nicht mit. Christian musste in der Folge den einen oder anderen müden Schmäh darüber verdauen…

Auch im 4. Spiel waren wir noch nicht wirklich eingespielt, aber auf 9-10 reichte es gegen BC Funk zu einem bescheidenen 546 zu 514. Für Martin wurde jetzt unser geduldiger Edelreservist Roland Schwarz ins Team genommen – und es ging so weiter wie zuvor. Casino wurde in einer matten Begegnung 548 zu 540 bezwungen. Das Beste daran: weitere 2 Punkte. Ab jetzt lief es besser und sowohl ABP auf 7-8 (614 zu 531) als auch Pegasus-Kobra auf 11-12 (656 zu 598) konnten wir eindeutig bezwingen. Heini katapultierte sich mit 267 in der Schluss-Begegnung noch zur Tageshöchstserie von 1446.

 

ighlight

 

 

Unsere Ergebnisse im Detail:

TYROLIA 1

Spiel 1

Spiel 2

Spiel 3

Spiel 4

Spiel 5

Spiel 6

Spiel 7

Serie

Schnitt

Bittner

189

203

189

190

184

224

267

1446

206,571

Fiala

200

186

189

188

183

206

189

1341

191,571

Liftenegger

154

214

171

168

-

-

-

707

176,750

Schwarz

-

-

-

-

181

184

200

565

188,333

Team-Ergebnis

543

603

549

546

548

614

656

4059

193,286

 

Tyrolia 3

Future

Strike

Funk

Casino

ABP

Pegasus

 

 

Ergebnis Gegner

602

537

593

514

540

531

598

3915

 

Punkte

0

2

0

2

2

2

2

 

 10 Punkte

 

TYROLIA 3

Spiel 1

Spiel 2

Spiel 3

Spiel 4

Spiel 5

Spiel 6

Spiel 7

Serie

Schnitt

Rogetzer

213

200

179

193

208

193

200

1386

198,000

Fill

228

146

165

189

203

176

160

1267

181,000

Krotendorf

161

159

192

224

176

165

226

1303

186,143

Team-Ergebnis

602

505

536

606

587

534

586

3956

188,381

 

Tyrolia 1

ABP

Casino

Pegasus

Strike

Future

Funk

 

 

Ergebnis Gegner

543

581

534

581

592

545

617

3993

 

Punkte

2

0

2

2

0

0

0

 

   6 Punkte

 

Die Besten des Spieltages:     

Bestes Team Tyrolia 1 mit 4059 Pins (> 193 Schnitt) und 10 Punkten. Strike & Spare erreichte mit 4030 Pins ebenfalls 10 Punkte und Future-BTA mit nur 3832 Pins (höchstes Spiel 565) detto. Jeweils 6 Punkte für Tyrolia 3 (3956 Pins), Funk (3937) und ABP (3904). Mit nur 4 Punkten aus 4010 Pins war Casino Wien heute nicht gerade glücklich unterwegs. Pegasus-Kobra landete mit 3978 ebenfalls bei 4 Zählern.

Die besten Spieler des Tages: Heini Bittner (Tyrolia1) 1446 Pins (267/7. Spiel), Christian Provaznik (Strike & Spare) 1418 (240/6.) und Robert Gratzl (ABP) 1414 (258/4.). Das war auch schon die Ausbeute an 200er-Serien.

Höchste Team-Ergebnisse:  Pegasus-Kobra 682/5., Tyrolia 1  656/7., Casino 651/6., Funk 650/1. und Strike & Spare 633/7.

Weitere ansprechende Einzelergebnisse: Heribert Zirps (Pegasus) 268/5. (Tageshöchstspiel), Josef Pail (Casino) 243/6., Franz Fürnsinn (Casino) 241/7., Philipp Steinbach (Funk) 237/1. und Ewald Danzinger (ABP) 231/5.

 

Tabelle nach Runde 2

Pkte

Pins

1.(2)

Tyrolia 1

20

8259

2.(1)

Pegasus-Kobra 1

18

8444

3.(3)

Strike & Spare 1

18

8230

4.(7)

Future-BTA 1

14

7657

5.(5)

Tyrolia 3

12

7820

6.(4)

Casino Wien

10

8208

7.(6)

Sportunion BC Funk 2

10

7859

8.(8)

ABP 1

10

7649

 

Resümee:      Die Tabelle ordentlich durcheinander gewirbelt. Enge Sache. Keine Vorentscheidungen in irgendeine Richtung. Vielleicht zeichnet sich im Phönix-Bowling-Park Hernals (traditionell noch immer „Post“ genannt) Ende November ein erster Trend für Auf- und Abstieg ab.

Bis bald

Walter