TYROLIA AM BALL – unter diesem Titel berichtet Walter Fiala über diverse Veranstaltungen.

 

Österr. Cup 2015, Damen und Herren – 31.10. und 1.11.2015, Plus

 

Die Bedingungen: Traditionelles Cup-Wochenende in der Plushalle. Das Plus-Team - wie immer sehr bemüht - hat sich neuerlich als Ausrichter von Groß-Veranstaltungen bewiesen. Es gab keine erwähnenswerten Technik-Probleme, sieht man von zwei vorübergehenden Ausfällen der Doppel-Bahn 7-8 ab. Die Bahnen-Ölung schien mir, wie bereits in den letzten beiden Wochen, etwas verändert – vor allem im Finish war eine zufrieden stellende Ballreaktion nur nach exakter Ball-Freigabe zu erzielen (was auch gut ist). Ob wir jetzt schon auf der „endgültigen“ Haus-Ölung für die laufende Saison unterwegs waren, ist für mich offen. Im Außenbereich läuft der Ball besser als im Vorjahr, das Finish wirkt „verschmiert“. Kann aber auch daran liegen, dass das verwendete Öl deutlich leichter vertragen wird. Unzählige Splits waren die Folge – lag aber sicher meist an bereits erwähnter schlampiger Ball-Freigabe. Das sage ist deshalb aus voller Überzeugung, weil eben Top-Teams – wie Unistahl, Damen und Herren gleichermaßen – bewiesen, wie erfolgreich zu spielen war. Power-Bowler können dieses Terrain für sich besser nutzen, aber auch Damen (mit meist weniger Kugelrotation als ihre männlichen Kollegen) schafften beachtliche Ergebnisse.

Das allgemeine Leistungsniveau lag unter dem bei der Wiener Cup-Vorrunde Ende September, spiegelte aber dennoch aus meiner Sicht das tatsächliche, realistische Leistungsvermögen der kleinen österreichischen Bowling-Welt wider.

Eine bemerkenswerte Geste der Plushallen-Verantwortlichen am Rande: für alle aktiven Spielerinnen und Spieler gab es mittags gratis Würstel. Sowas kostet nicht die Welt, zeigt aber, dass man die Aktiven als willkommene Kunden sieht, denen man den Aufenthalt in der Halle so unkompliziert und angenehm wie möglich gestalten möchte. Darüber spricht man (hoffentlich). Da kommt man gerne wieder. Chapeau dafür und danke!

Der Austragungsmodus: Wieder hat man sich seitens des ÖSKB etwas Neues einfallen lassen, um die Attraktivität dieses Bewerbs auch für die Bundesländer-Teilnehmer nachhaltig anzuheben. Bemühungen in diese Richtung sind zum Wohl unseres Sports unbedingt zu unterstützen. Mir persönlich gefällt nicht, dass man glaubt, sogenannte „Zuckerl“ anbieten zu müssen und zum Beispiel der „beste Wiener- und der bestplatzierte Nicht-Wiener-Verein“ erst im Viertelfinale einsteigen mussten. Oder der am Sonntag parallel zum Finale ausgetragene sogenannte „Kleine Preis von Österreich“ (nur für Damen – warum eigentlich?). Mannschaften, die eine Gruppen-Phase nicht überstanden haben, müssen „ausgeschieden“ bleiben. Ein „Trost“-Bewerb muss in diesem Fall den Ausgeschiedenen im Viertelfinale vorbehalten bleiben. In anderen Sportarten wäre es auch schlichtweg undenkbar, dass sich der Titelverteidiger die Gruppen-Phase (im Bowling-Sprech: „Grunddurchgang“ oder „Vorrunden Round Robin“) erspart. Schon gar nicht noch ein weiterer Teilnehmer. Sechs – nach mehr als vier Wettkampf-Stunden und fast zwei Stunden Pause – bereits etwas „angezählte“ Teilnehmer des Grunddurchgangs treffen auf zwei ausgeruhte Teams, die nach nur einem Sieg bereits im Semifinale stehen...

Das kann noch nicht der Weisheit letzter Schluss gewesen sein. Dass der Sieger so oder so mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei Damen und Herren heuer Unistahl geheißen hätte, ist hier kein Thema.

Wenn der Österreichische Cup nicht als solcher sportlich attraktiv genug ist und alle qualifizierten Teilnehmer in jeden Winkel unseres kleinen Landes lockt, dann lassen wir es eben. Im Sport sind Geschenke (sprich: „Zuckerl“) fehl am Platz. Der in allen Belangen faire Wettkampf muss das Maß aller Dinge bleiben.

Ein paar persönliche Anregungen: Achtelfinale als Round Robin? Ja – super, aber für alle. Viertelfinale im KO-System? Super – das ist Cup! Statt neuerlicher Auslosung wäre vielleicht ein System der sogenannten Kreuzspiele wie im Fußball (1. Gruppe A gegen 2. Gruppe B etc.) nach der Gruppen-Phase zu überlegen.

Zeit-Management mit Fingerspitzen-Gefühl für die Gestaltung der beiden Finaltage. Stichworte: unfreiwillig „flexible“ Mittagspause am Samstag. An die 2 Stunden Warte-Zeit der Damen von der „Nebenfront“ (sprich: Kleiner Preis…) auf die Siegerehrung. Gestaffelte Beginn-Zeiten, wie schon oft praktiziert, wären wieder ein probates Mittel gewesen.

Ergebnisdienst, Schiedsrichter: Hervorragend und unaufgeregt erledigte Arbeit. Ergebnisse – wie in Gerhard Schindlers Verantwortung immer – zeitnahe und mit allen Details im Internet. Die umsichtigen und mit der gebotenen Gelassenheit agierenden Schiris (Susanne Eisner und Thomas Weickinger) und Bewerbleiter Schindler waren ein gutes Team.

 

ALLE ERGEBNISSE KÖNNEN VIA ÖSKB-LINK (LVWB-Homepage rechts unten) NACHGELESEN WERDEN.

 

 

DIE BESTEN SPIELERINNEN, DIE BESTEN SPIELER:

 

ACHTELFINALE (= Round Robin in 6er-Gruppen / Samstag, 31.10.2015)

Damen: Wilma Spitzmüller (Tyrolia) 1010 (234/2. Spiel, 221/5.), Isabella Rohrhofer (Baden) 979 (222/1.), Ivonne Gross (Unistahl 1) 969 (223/4.) und Patricia Klug (Unistahl 1) 953 (223/4.).

Höchstspiel: Luzia Ziegler (Casino) 235/5.

Herren: Marco Pilecky (Unistahl 2) 1138 (257/1.= Höchstspiel, 255/3.), Alex Rauscher (Unistahl 2) 1053 (242/3.), Leo Grundschober (Cosmos) 1045, Sebastian Klär (Bowling Strike Club, Salzburg) 1028 (233/1., 237/2.), Kurt Weiss (Etoile 1) 1027 (231/3., 242/5.) und Martin Pfeifer (Cosmos) 1022 (252/2., 232/4.).

 

Unser Spiel:     Alle drei Tyrolia-Teams haben sich achtbar geschlagen und den Aufstieg ins Viertelfinale erreicht. Unsere 1er-Damen (Langer, Schoppik, Kaprally, Spitzmüller, Peter) konnten 4 der 5 Spiele für sich entscheiden und schafften den Gruppensieg im Block A.

Das 1. Herren-Team (Kukla, Horak, Bittner, Fiala, Liftenegger) gewann im Block C alle 5 Spiele und belegte den zweiten Platz. Erwähnenswert dabei, dass Cosmos (Leo Grundschober & Co) nach unserem Sieg in der Wiener Cup-Vorrunde neuerlich bezwungen werden konnte und auch Unistahl 2 (Pilecky, A. und M. Rauscher, Panzenböck) zu unseren „Opfern“ zählte.

Das 2. Herren-Team (Krotendorf, Rogetzer, Fill, May, Bouse) gewann 3 Spiele im Block B und stieg als Zweiter in das Viertelfinale auf.

Alle Details sind via ÖSKB-Link auf der LVWB-Homepage nachzulesen.

 

VIERTELFINALE (KO-System / Samstag, 31.10.2015)

Damen: Ivonne Gross (Unistahl 1) 700 (251/1., 247/3.), Jaqueline Witura (Unistahl 2) 640 (245/1., 227/3.), Jutta Pilecky (Unistahl 2) 624 (221/3.) und Tina Langer (Tyrolia) 621 (254/3. = Höchstspiel).

Einziges Team mit einem Schnitt 200+: Unistahl 1 mit 2445 Pins (203,75 Schnitt).

Herren: Marco Pilecky (Unistahl 2) 720 (248-256/Höchstspiel-216), Michael Loos (Unistahl 1) 676 (249/3.), Thomas Gross (Unistahl 1) 673 (246/1., 245/3.), Alex Rauscher (Unistahl 2) 661 (246/2.) und Heribert Zirps (Pegasus/Kobra) 646 (234/1., 248/3.).

Einziges Team mit einem Schnitt 200+: Unistahl 1 mit 3073 Pins (204,87 Schnitt).

 

Unser Spiel:     Leider Endstation für alle Tyrolianer. Die Damen unterlagen Unistahl 2 mit 1966 : 2327, qualifizierten sich aber für den Trostbewerb „Kleiner Preis von Österreich“ am Sonntag. Die 1er-Herren waren gegen den späteren Sieger Unistahl 1 mit 2784 : 3073 chancenlos und die 2er-Herren unterlagen dem späteren Überraschungs-Finalisten Pegasus/Kobra im Finish knapp mit 2637 zu 2665, nachdem sie zwischenzeitlich in Führung gelegen waren.

 

HALBFINALE (KO-System / Sonntag 1.11.2015)

Damen: Ivonne Gross (Unistahl 1) 716 (222/2., 290/3. = Höchstspiel), Patricia Klug (Unistahl 1) 592 und Jaqueline Witura (Unistahl 2) 590 (224/1.).

Unistahl 1 mit 2412 Pins mit Abstand am stärksten.

Herren: Mario Baumgartner (Unistahl 1) 714 (232-247-235), Thomas Gross (Unistahl 1) 713 (254-247-212), René Bauer (Pegasus/Kobra) 708 (247-258-203), Walter Gonaus (Unistahl 1) 678 (234/1., 233/3.) und Michael Loos (Unistahl 1) 673 (245/1.).

Unistahl 1 mit 3417 Pins (1145-1165-1107=227,8 Mannschaftsschnitt) überragend.

 

FINALE (Sonntag 1.11.2015)

Damen: Ivonne Gross (Unistahl 1) 617 (225/1.=Höchstspiel), Jaqueline Witura (Unistahl 2) 604 (223/3.)

Herren: Thomas Gross (Unistahl 1) 697 (235-236-226), Mario Baumgartner (Unistahl 1) 631 (236/2.), René Bauer (Pegasus/Kobra) 619 und Walter Gonaus (Unistahl 1) 607 (248/3.=Höchstspiel)

 

DIE CUP-SIEGER 2015

Damen: UNISTAHL 1 (2308) : Unistahl 2 (2178)

Herren: UNISTAHL 1 (3046) : Pegasus/Kobra (2703)    

 

 

„Kleiner Preis von Österreich“

Die  4 im Viertelfinale unterlegenen Damen-Teams sowie die 2 Viertplatzierten aus dem Round Robin des Achtelfinales

spielten parallel zum Semifinale/Finale Damen/Herren eine Round Robin um den Kleinen Preis von Österreich (damit waren 8 der 11 ursprünglich angetretenen Damen-Teams an beiden Spieltagen im Einsatz).

TYROLIA 1 siegte vor Sportunion BC Funk 1 und Etoile 1

 

Unser Spiel :    Unsere Damen (Langer, Resch, Kaprally, Fiala, Schoppik, Peter, Spitzmüller) konnten diesen erstmals ausgetragenen Trost-Bewerb mit 23 Pins Vorsprung buchstäblich im letzten Spiel gegen Etoile (656 : 637) gewinnen, während der Sportunion BC Funk im Parallel-Spiel auf den Neben-Bahnen im Schluss-Frame gegen Baden (665 : 527)  die Nerven einen Streich spielten.

 

Ich gratuliere allen erfolgreichen Teams zu ihren Leistungen. Teilweise Weltklasse-Ergebnisse. Alle Achtung.

 

Resümee:      Mal sehen, was die von allen LV gemeinsam erarbeitete „Hofierung anreisender Teams“(um es neutral auszudrücken) für die Zukunft bringt. Mutet etwas seltsam und nicht ausgereift an, das Ganze. Der Bewerb war sehr spannend, hat durchaus Potenzial  und ist aus meiner Sicht nach einigen Anpassungen und der Ausmerzung von Schwachstellen und/oder Kritik-Punkten (die man ja hoffentlich bescheiden ansprechen darf) auch zukunftsweisend.

Bis bald

Walter