TYROLIA AM BALL – unter diesem Titel berichtet Walter Fiala über diverse Veranstaltungen.

 

Wr. Liga 5er Herren 2014/15 – 3. Runde, 26.10.2014, Plus

 

Die Bedingungen:     Zum Bersten gefüllte Plus-Halle am Staatsfeiertag: die drei Herren-Ligen Wiener Liga, 2. Landesliga und 1. Klasse waren zur gleichen Zeit mit der Special League im Einsatz. Na, viel Platz war da nicht mehr.

Trauriger Moment zu Beginn: die Bowling-Gemeinde hat einen sehr beliebten, begabten, freundlichen und stets fairen Sportsmann verloren. Trauerminute für unseren Kameraden und Freund Hubert „Berti“ Lang. Wir sind schwer getroffen und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Kurz zum Ablauf der Bewerbe: es klappte alles und das Personal war gewohnt bemüht und kompetent, um den Akteuren das Verweilen in der Halle auch über das Spielende hinaus noch angenehm zu gestalten. Die Ripperl-Bretter mussten in breiter Linie ausschwärmen – und nicht nur in Richtung Frust-Esser. Es gab auch viele Erfolgreiche.

Meine persönliche Beurteilung der Bahnenkonditionen: anspruchsvoller als zuletzt. Woran das lag, habe ich noch nicht wirklich durchschaut. Fehler-Möglichkeiten gibt es in unserem schönen und herausfordernden Sport ja unzählige. Was gestern im Rahmen des Senioren-Doppel-Bewerbs in Floridsdorf noch wunderbar klappte („rundes“ Spiel, entspannte Kugelfreigabe, an den 2. Pfeil „angelehnt“) war heute offensichtlich das vollkommen falsche Rezept. Cherries am Laufband (vor allem auf das linke Dreier- oder Vierer-„Packl“, auf 6-10 usw.) waren die Folge. Selbst unsere Spare-Bälle „bewegten“ sich gerade in dem ungeliebten Ausmaß, dass man (im Wett-„Krampf“ ohnehin verbrochene) Individualfehler noch locker multiplizieren konnte. Aus der Beobachtung der wirklich Guten zog ich nach und nach den Schluss, dass nur Tempo- (mit dem ich im fortgeschrittenen Alter nichts mehr am Hut habe) oder Linkshänder-Spiel nachhaltig zum Erfolg führten. Viele Spitzenleute nutzten die Verhältnisse für sich aus. Für Mittelklasse war heute nichts zu holen.

Als, in dieser Ausprägung unerwartetes, Erschwernis empfand ich darüber hinaus noch die Bahn 1, die noch um Eckhäuser aggressiver war und selbst mir eine „Links-Wanderung“ um etwa zehn(!) Boards abverlangte. Das ist nicht wirklich lustig und macht auch keinen Spaß mehr. Ich dachte bis heute nicht, dass die Spezialsituation der Bahnen 31-32 in der Posthalle noch getoppt werden könnte…

Dem Vernehmen nach wird im Moment mit neuem Öl experimentiert. Warten wir also ab, wie sich das für die gesamte Saison vorabgestimmte Ölmuster endgültig darstellen wird.

Mir kam die Ölung nach zahlreichen erfolgreichen Trainingseinheiten und brauchbaren Betriebsliga-Ergebnissen heute etwas ungewöhnlich vor. Lag sicher auch an meiner Tagesverfassung.

 

Und – last but not least – ich kann es nicht lassen (die „Anderen“ aber auch nicht): ich dachte, das Thema Rauchen sei jetzt in allen Hallen endlich durch. Weit gefehlt. Heute war es wieder einmal soweit, dass man die mit paffenden Rauchern überladenen Toiletten während dem laufenden Bewerb (!) teilweise kaum benützen konnte, weil dieser offensichtlich so einladende „Aufenthaltsraum“ vor den Urinalen – wie die Halle selbst – zum Bersten gefüllt war. Unmöglich, diese Situation. Ich hoffe, da folgt bald der endgültige Schlussstrich. So ist das nicht mehr tragbar. Toiletten sind öffentlicher Bereich und daher rauchfrei zu halten, verdammt noch einmal.

Geht’s noch?

Gegen das vertschickte Entree (die geduldete Verfehlung, um nicht Gesetzwidrigkeit zu sagen) bei der Beheimgasse sagt man eh schon nichts mehr. Reicht das nicht schon?

Wie kommen die Nichtraucher dazu? Und was sagen eigentlich die vielen Raucher, die sich sportlich verhalten und die geltenden Regeln befolgen und deshalb nicht (wie die Unbelehrbaren) während des Bewerbs die sicher genauso ersehnte Entspannung beim gewohnten Zigaretterl erfahren?

 

Unser Spiel:     Die gewohnte Standardbesetzung Kukla-Horak-Bittner-Fiala-Liftenegger sah sich in der ersten Begegnung wieder den Black Jack Bowlers gegenüber. Auf den Randbahnen 1-2, die sich seltsam unterschiedlich präsentierten. Die Bahn 1 war mehr als deutlich „kürzer“. Mehr Krampf als Kampf auf beiden Seiten. Schlechteres Ende für uns: 912 zu 1000. Auch im zweiten Spiel fand keiner von uns eine verlässliche Linie und so war auch gegen Etoile auf 3-4 nichts zu holen. 899 zu 963. Spiel 3 auf den Bahnen 5-6 verursachte noch mehr Kopfweh, obwohl auch Cosmos mit dem heutigen Terrain kaum mehr anzufangen wusste. Bescheidenes Ergebnis zu unseren Ungunsten: 879 zu 937. Dann der ultimative Keulenschlag auf 7-8 gegen das glänzend disponierte Unistahl 1-Team mit den überragenden Protagonisten des heutigen Spieltages, Thomas Gross und Ian Robinson. 1128, mit geschlossener Mannschaftsleistung zwischen 213 und 239, war für uns utopisch. Unser „moderates“ Tages-Höchstspiel von 949 nahm sich dagegen mehr als bescheiden aus. Im fünften und letzten Spiel ging es für uns zurück in die „Wüste“ auf 1 - 2. Und wir wurden nicht enttäuscht: Bahn 1 war jetzt auch für Power-Bowler nur schwer zu bespielen. Unistahl 2 hatte nach recht ausgeglichenem Herumgekrampfe letztendlich knapp die Nase vorn. 885 zu 901 – heute blieben wir ohne Siegpunkt.

In dieser Liga sind wir offensichtlich überfordert, was uns haarsträubende Fehlwürfe in Serie einbrockt. Immer scheint die Verkrampfung eine Rolle zu spielen, weil man eben auf diesem Niveau treffen muss, um nicht unterzugehen. Aber: selbst, wenn wir alle 5 gut spielen, hängen die Trauben sehr, sehr hoch. Das zerrt an den Nerven.

Wir wissen, dass wir mehr könnten, aber die Leistungen müssen erst einmal auf die Bahn gebracht werden.

 

Unsere Ergebnisse im Detail (R = Reserve):

 

Spiel 1

Spiel 2

Spiel 3

Spiel 4

Spiel 5

Serie

Schnitt

Kukla Robert

174

166

177

219

156

892

178,400

Horak Roland

175

187

178

186

162

888

177,600

Bittner Heinrich

180

157

206

183

170

896

179,200

Fiala Walter

188

177

150

168

188

871

174,200

Liftenegger Martin

195

212

168

193

209

977

195,400

Schoppik Alfred

179 R

198 R

165 R

208 R

204 R

954

190,800

Team-Ergebnis

912

899

879

949

885

4524

180,96

Gegner

BJB

Etoile

Cosmos

Unistahl1

Unistahl2

 

 

Ergebnis Gegner

1000

963

937

1128

901

4929

 

Punkte

-

-

-

-

-

1

90,24 PP

 

Die Besten des Spieltages:      Bestes Team war, eine Klasse für sich, Unistahl 1 mit 5376 gespielten Pins (mehr als 215 Schnitt) und 4 Siegpunkten. Dahinter Etoile 1 (5023/3) – nur diese beiden Teams mit einem Mannschaftsschnitt 200+. Knapp dahinter das zweite Unistahl-Team (4959/4) und mit Abstand die Black Jack Bowlers (4815/2). Weniger gut lief es für Cosmos 1 (4744/2), ganz schlecht für Tyrolia 1 (4524/kein Siegpunkt).

Beste Einzelspieler (alle 5 Spiele im Team):        Thomas Gross (Unistahl 1) 1160 (247/2. Spiel,259/3.,234/5.), Ian Robinson (Unistahl 1) 1118 (241/2.,237/4.,247/5.), Alois Lichtenegger (Etoile) 1084 (244/1.,235/3.), Michael Loos (Unistahl 1) 1048 (237/5.), Philipp Schlosser 1042 (244/1.), Martin Pfeifer (Cosmos) 1036 (236/4.), Benjamin Hochstöger (Unistahl 1) 1029 (233/3.), jeweils 1027 für Marco Pilecky (Unistahl 2 - 242/4.) und  Daniel Hahn (Etoile – 234/3.), Mario Baumgartner (Unistahl 1) 1021 (239/4.), Manfred Panzenböck (Unistahl 2) 1016 (235/2.), Günter Weiss (Etoile) 1005, Walter Gonaus (Unistahl 2) 1003 und Leo Grundschober (Cosmos) 1001 (238/5.).

Einige bemerkenswerte Spiele: Roman Fürbacher (Unistahl 2) 244/4., Christian Stefan (BJB) 237/5., Franz Hahn (Etoile) 234/3.),

Beste Team-Ergebnisse: Unistahl 1   1165/5.,1128/4.,1072/3.,1031/2., Unistahl 2   1060/1.,1011/3., Etoile 1057/4.,1034/3.,1031/1., Black Jack 1013/5.,1000/1.

 

Tabelle nach Runde 3

Punkte

Rückstand

1.(2)

Unistahl 1

308,25

 

2.(1)

Cosmos 1

300,44

7,31

3.(3)

Etoile 1

300,11

8,14

4.(4)

Unistahl 2

296,40

11,35

5.(5)

Black Jack Bowlers

289,08

19,17

6.(6)

Tyrolia 1

272,40

35,35

 

Resümee:       Die Tabelle scheint nachhaltig strukturiert. Unistahl 1 mit der überragenden Leistungsdichte wird wohl kaum zu stoppen sein. Die Plätze 2 bis 4 bieten noch etwas Spielraum für die im Moment dort platzierten Teams. Aufsteiger Tyrolia 1 wird es äußerst schwer haben, sich aus dem Tabellen-Keller zu befreien. Die Black Jack Bowlers haben schon jetzt deutliche Vorteile im Kampf um den Klassenerhalt.

Die lange Spielpause bis zur 4. Runde am 18. Jänner 2015 wird kaum großartige Leistungsverschiebungen bringen.

Bis bald

Walter