TYROLIA AM BALL – unter diesem Titel berichtet Walter Fiala über diverse Veranstaltungen.

 

Wr. Liga 5er Herren 2014/15 – 2. Runde, 12.10.2014, Floridsdorf

 

Die Bedingungen:     An der Gerüchtebörse war schon einiges über die neuen(?) Bahnenkonditionen in Floridsdorf zu hören. Gestern kam für mich noch die Info dazu, dass die Bahnenpflege-Maschine mit defekter Wasserpumpe nicht voll einsatzbereit ist und daher die Bahnen - dem Vernehmen nach - „händisch“ gewaschen werden müssten. Ich versuche, die Spielbedingungen (und ich kann da nur über die Bahnen im ersten Stock sprechen) möglichst objektiv zu beurteilen, aber es fällt mir nur ein vielleicht recht treffendes Wort ein: seltsam. Warum „seltsam“? Na ja, die Ölung selbst fand ich gar nicht so ungewöhnlich, also durchaus bespielbar, aber irgendwie passte das Finish nicht so recht dazu. Ich persönlich hatte gar kein so schlechtes Gefühl, brachte mit Sicherheit mehr als achtzig Prozent meiner ersten Bälle in die Gasse, musste aber dennoch jeden Strike so richtig erarbeiten. Oft und oft schien der Eingang in die Gasse recht ordentlich und dennoch blieb wie durch ein Wunder ein Grundlinien-Pin stehen – meist der Zehner oder der Siebener. Es war teilweise zum Haare raufen. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielern blieben mir jedoch Splits größtenteils erspart. Gut, ich bin ja nicht gerade für besonders hohe Ballrotation bekannt, aber durchaus in der Lage, relativ genau zu spielen und eine Linie zu halten. Aber auch aktuelle Nationalspieler mit hoher Ballgeschwindigkeit und –rotation kämpften heute mit den Elementen.

Insgesamt nur 5 Spieler mit einem Schnitt knapp über 200. Passt so nicht ganz ins Bild – möchte ich bescheiden anmerken.

Ich rege mich bekannter Weise nie über Bahnen auf, solange es Spieler gibt die Top-Ergebnisse werfen können – aber das Niveau heute war allgemein eher erbärmlich. Und so schlecht sind wir wieder auch nicht. Sogenannte Autobahnen aus vergangenen Saisonen waren ja nicht das Gelbe vom Ei, aber was da im Moment in Floridsdorf angeboten wird muss wieder auch nicht sein.

Natürlich stimmt es, dass ungewohnte Ölung und seltsames Finish nicht dafür Schuld tragen, wenn viele Akteure serienweise Einzelpins versemmeln. Aber, wie wir alle wissen, passieren solcherlei Hoppalas meist dann, wenn man durch unbefriedigende Anwürfe (besser gesagt: Anwurf-Ergebnisse) zu verkrampfen beginnt und damit von Wurf zu Wurf unsicherer wird und schon im Anlauf Schlimmes befürchtet.

Vielleicht lag es nur an der anderen Beschaffenheit/Pflege von Finish und Pindeck?! Ich will es hoffen.

Nebenbei bemerkt: unsere Sportordnung würde es ja leider sogar erlauben, überhaupt nicht gepflegte Bahnen oder (Achtung: Sarkasmus) flächige Sandstreuung anzubieten – das ist aber eine andere Geschichte…

Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren, wenn das nicht stimmen sollte.

 

Unser Spiel:     Start in Standardbesetzung Kukla-Horak-Bittner-Fiala-Liftenegger auf der linken Seite im ersten Stock der Floridsdorfer Halle. Die Bahnen 15-16 schienen beim Einspielen recht gut beherrschbar. Der Schein trügte: böses Erwachen im Startspiel gegen Black Jack. Roland und Heini kamen so gar nicht recht in die Gänge und Black Jack wies uns mit geschlossen stark gespieltem 9er und 10er-Frame deutlich in die Schranken. 924 zu 973. Schlecht angesichts des aktuellen Tabellenstands. Das 2. Spiel auf 19-20 geriet auch nicht nach Wunsch. Gegner waren die ehemaligen Hausherren von Etoile 1 (selbst nicht gerade in Überform). Matte 883 unsererseits wurden aber von den Grünen mit 954 leicht getoppt – wieder kein Siegpunkt. Unser negativer Showdown passierte dann auf dem heute besonders seltsamen Bahnenpaar 21-22. Speziell auf Bahn 21 schien ein Strike nur mit einem Nudelwalker denkbar – normaler Kugellauf mit guter Ballfreigabe nützte wenig. Unser kollektives Versagen (zwischen 130 und 174) ist aber dadurch nicht entschuldbar. Unsere Individualfehler waren nicht mehr zählbar. Dank Leo Grundschober (auch „nur“ 210) gab es für uns den nächsten ordentlichen Dämpfer. Grottenschlechte 776 gegen 872. Schwamm drüber. Robert Kukla hatte jetzt urplötzlich genug und stellte sich selbst(!) aus der Mannschaft, packte seine Kugeln weg und musste notgedrungen durch Alfi Schoppik, dem es in der Reserve recht gut gelaufen war, ersetzt werden.

Aufbäumen gegen Unistahl 2 auf den Randbahnen 23-24?

Denkste! Wieder böse 811 gegen 926. Das war leider nicht Oberklasse-Niveau.

Im letzten Spiel des Tages, zurück auf 15-16, wäre jetzt Schadensbegrenzung angesagt gewesen. Und das gelang zum Teil. Aber nur, weil der Gegner halt Unistahl 1 hieß und sich ebenfalls gehörig plagen musste. Wir holten also mit einem überraschend wieder erstarkten Heini Bittner und mit 952 zu 913 unseren einzigen Siegpunkt. War nicht zu erwarten, half uns aber heute dennoch nicht weiter.

Irgendwie riecht es nach 2 Runden für uns schon wieder recht modrig nach Wiederabstieg. Es taten sich alle Teams schwer, aber für uns schien es aussichtslos. Das war es, was wirklich schmerzte.

 

 Unsere Ergebnisse im Detail (R = Reserve):

 

Spiel 1

Spiel 2

Spiel 3

Spiel 4

Spiel 5

Serie

Schnitt

Kukla Robert

195

144

130

-

-

469

156,333

Horak Roland

169

180

180

159

169

857

171,400

Bittner Heinrich

149

183

159

150

217

858

171,600

Fiala Walter

192

191

157

168

201

909

181,800

Liftenegger Martin

219

185

150

160

175

889

177,800

Schoppik Alfred

188 R

177 R

195 R

174

190

924

184,800

Micicelovic Igor

127 R

162 R

136 R

192 R

190 R

807

161,400

Team-Ergebnis

924

883

776

811

952

4346

173,840

Gegner

BJB

Etoile

Cosmos

Unistahl2

Unistahl1

 

 

Ergebnis Gegner

973

954

872

926

913

4638

 

Punkte

-

-

-

-

1

1

87,46 PP

 

Die Besten des Spieltages:      Bestes Team war Unistahl 1 mit 4832 gespielten Pins (193,28 Schnitt) und 3 Siegpunkten. Dahinter Cosmos 1 (4744/3), Etoile 1 (4657/3), Unistahl 2 (4618/3) und Black Jack Bowler mit 4640 Pins und 2 Siegpunkten. Deutlich abgeschlagen Tyrolia 1 mit nur 4346 Pins und 1 Siegpunkt.

Beste Einzelspieler (alle 5 Spiele im Team):        Wolfgang Hauska (BJB) 1038 (267 im 4. und 232 im 5. Spiel), Marco Pilecky (Unistahl 2) 1020 (257/2.), Leo Grundschober (Cosmos) 1015 (258/1., aber 116/5.), Michael Loos (Unistahl 1) 1013 und Daniel Hahn (Etoile) 1002.

Einige bemerkenswerte Spiele: Andreas Pfeifer (Cosmos) 248/4., Paul Valla jun. (Unistahl 1) 247/2., Rudolf Friess (BJB) 246/1. und Paul Valla sen. (Unistahl 1) 236/3.

Beste Team-Ergebnisse: Cosmos 1098/4., Unistahl 1 1059/2.,1018/4.,1007/3., Black Jack Bowler 1019/4.

 

Tabelle nach Runde 2

Punkte

Rückstand

1.(1)

Cosmos 1

204,00

 

2.(4)

Unistahl 1

197,05

6,45

3.(2)

Etoile 1

196,38

7,12

4.(3)

Unistahl 2

193,31

10,19

5.(5)

Black Jack Bowlers

190,43

13,07

6.(6)

Tyrolia 1

182,16

21,34

 

Resümee:       Der BC Cosmos Wien 1 hält sich an der Spitze. Unistahl 1 macht 2 Plätze gut und schiebt sich knapp vor Etoile 1 auf Rang 2 vor. Tyrolia mit deutlichem Abstand am Ende der Tabelle.

Diese Runde in Floridsdorf werden wohl fast alle Akteure gerne vergessen.

Bis bald

Walter