TYROLIA AM BALL - unter diesem Titel berichtet Walter Fiala über diverse Veranstaltungen.

 

1. Klasse 3er Herren 2012/13 - 1. Runde, 16.09.2012, Floridsdorf

 

Endlich hat uns der bunte Bowling-Alltag wieder.

Nach dem für das gemeine Bowlingvolk doch sehr langen Sommerloch (gilt aufgrund der beeindruckenden Heim-EM der Herren in der Verbandshalle im August nicht für unsere Spitzenleute - nochmals Gratulation an Michi Loos für seine herausragende und äußerst erfreuliche Medaillen-Platzierung) sind ALLE UND ist ALLES wieder da:

-           die große Zahl der lieb gewordenen Bowlingfreunde

-           die wirklich Guten, aber auch die oft nur selbst gefühlten so genannten "Spitzenspieler"

-           die freundlich Grüßenden, aber auch die wachsende Zahl derer, die einen Gruß nicht einmal Erwidernden

-           diejenigen, die sich gerne grüßen lassen, statt nach Jahren des Gegrüßtwerdens zwischendurch einmal auch von selbst zu grüßen (wahrscheinlich zu nobel ? oder doch nur ignorant?)

-           die anstrengenden Egozentriker, die am Tag danach eigene Bestleistungen drei- bis siebzehnmal so beiläufig ins aktiv gesuchte Gespräch einstreuen, im Gegenzug aber die Leistungen anderer nicht einmal ignorieren

-           diejenigen, die nach eigenen guten Leistungen andere sofort fragen, was denen gerade gelang (bevorzugt dann, wenn sie „Oberwasser“ spüren und ohnehin mitbekommen haben, dass da nichts Besonderes lief), im Gegenzug aber schnell das Weite suchen, wenn es selbst nicht nach Wunsch lief

-           das sind übrigens die gleichen, die eigene Resultate gerne aufrunden, "fremde" Ergebnisse aber ebenso gerne abrunden

und...und...und

Ja, die Bowlingwelt ist bunt. Manchmal etwas zu bunt?

Ach ja: und da ist da noch der alljährlich pünktlich wiederkehrende Wettkampf der Hallen um die einfachsten (sprich: die höchsten Ergebnisse versprechenden) Bahnenkonditionen.

Hält erfahrungsgemäß in so mancher Halle meist nur bis in den Winter hinein und dann wird in Krisensitzungen der Hallenleitungen wieder davon abgegangen, um das Weiterkommen unserer Spitze in der internationalen Szene nicht zu gefährden.

Es kommt sogar mitunter vor, dass das '"Kippen" der Konditionen zwischen zwei Durchgängen passiert (und natürlich von den Verantwortlichen in Abrede gestellt wird), um wieder einmal ungleiche Bedingungen für alle Teilnehmer eines Bewerbes zu generieren.

Ich bin kein Prophet, wenn ich jetzt schon voraussage, dass unter den momentanen Bedingungen in der Verbandshalle spätestens bis Ende November ein Großteil der geltenden österreichischen Rekorde pulverisiert sein wird.

Aber vielleicht passiert es auch woanders - man kann ja bei anderen "Autobahnen" sicher auch noch etwas "nachschärfen".

Vorsorglich wurde schon vor Beginn der Meisterschaft die A-Schnitt-Grenze bei den Herren auf 195 angehoben. Jetzt versteht man diese seltsame Maßnahme wenigstens besser.

 

Ich bin auch kein Prophet, wenn ich sage, dass bald wieder die Sinnfrage bezüglich Bahnenkonditionen gestellt wird.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: aus wirtschaftlicher Überlegung ist die Vereinfachung des Spiels zur Steigerung der Ergebnisse und damit der Freude am Spiel natürlich im Sinne der Hallen und durchaus verständlich, wirklich weiterhelfen kann sie aber nicht.

Denn: wenn ein Mittelklasse-Spieler mit 180 zu 195 verliert ist das gleich (oder sogar weniger) frustrierend wie eine Niederlage mit 220 zu 240.

Spielen wir uns nichts vor, dann sind wir nach negativ ausgegangenen internationalen Vergleichen nicht ganz so betrübt.

 

Die Hallenligen sind eine eigene Welt, die es sehr wohl verdient, dafür eigene Konditionen zu schaffen. Wie eine Koexistenz ÖSKB - Halle in der Praxis funktionieren kann und wie jede Seite auch die gewünschten Trainingsbedingungen vorgesetzt bekommt, wäre noch zu klären. Ich meine, es sollte möglich gemacht werden - die kompetenten Köpfe sollten sich zusammensetzen und Lösungen erarbeiten, die beides garantieren: den wirtschaftlichen Erfolg der Hallen und den Spaß am Sport für alle Interessierten. Gute Ansätze gibt es ja schon.

An einem Kompromiss führt wohl kein Weg vorbei, aber der kann ja in einer Demokratie nicht so unmöglich sein.

Wir haben genug Sportler, dass unsere wenigen Sporthallen auch nebeneinander existieren können. Man muss einander nicht bekriegen oder übertrumpfen wollen...

 

Warum ich so ausführlich und kritisch einleite?

Weil ich unseren Sport liebe und die Freude daran bewahren möchte - für möglichst viele Gleichgesinnte.

 

Die Bedingungen:        Sehr angenehme (weil aggressive und hohe Ergebnisse ermöglichende) Bahnen im Floridsdorfer 3. Stock, aber dennoch nicht leicht zu spielen. Es klingt eigenartig, aber obwohl man „viel Platz“ hatte, war das sprichwörtliche „Hintreffen“ nicht ganz so leicht. Etwas zu viel Dampf oder etwas zu weiter Weg und der Ball blieb liegen. Etwas langsamer und der Ball lief rettungslos aufs Haupt oder drüber.

Wie gesagt: nicht einfach. Das beweisen auch die Ergebnisse zwischen 279 und 113. Fast jeder Aktive baute unerwartet schwache Spiele in seine Serie ein. Interessanter Sport ohne wesentliche Unterbrechungen aus technischen Gründen. Zwei, drei Ballrückläufe – das war´s dann auch schon wieder.

Unser Spiel:     Wir spielten diese erste Runde in der Besetzung Schoppik-Bittner-Liftenegger durch. Ich konnte verletzungsbedingt nicht starten – Nackensteifigkeit durch Zugluft, woher auch immer. Schade.

Dank eines überzeugenden 232-Spiels konnte uns Martin im Startspiel gegen unsere zweite Mannschaft auf den Randbahnen 35/36 die ersten Punkte der neuen Saison sichern. Schau, schau, wir können gegen unsere Kumpels vereinzelt auch gewinnen (544 zu 481 – war heute keine Sonderleistung). Auf 31/32 waren Fuchs & Co (Stadlau 3) nächster Gegner. Verdammt trocken, dieses Bahnenpaar. In einer engen Partie blieben wir 559 zu 547 erfolgreich. Die Punkte 5 und 6 schafften wir dann gegen das Team Bowling4You auf 33/34 (578 zu 514).

Die nächsten drei Spiele sahen für uns eher düster aus: zurück im „Trockendock“ 31/32 waren die Hausherren von Etoile mit ihrem Spitzenmann Daniel Hahn (heute sensationelle 1632 Pins – 233 Schnitt) zu bekämpfen. Daniel hielt sich zwar vornehm zurück (158 ! – sein zweitschwächstes Spiel war immerhin 216), aber der vorher eingewechselte Günter Weiss und Peter Kromer waren zu stark. 566 zu 642. Nicht zuletzt deswegen, weil auch Martin nur auf 156 Pins kam und Daniels Schwäche nicht nützen konnte. Böse Überraschung dann in der „Dependance“ 29/30 gegen die junge Phönix-Mannschaft. Die Jungs hatten gerade mit 435 ordentlich Prügel bezogen, besannen sich aber gegen uns ihrer Stärken und trommelten mit 677 das Tageshöchstspiel auf die Bahn. Sehr zur Freude von Coach Erwin Simané. 523 zu 677. Eine schöne Packung für uns.

Nicht viel besser das vorletzte Spiel gegen den ersten Leader Unistahl 2: auf den Randbahnen 35/36 waren wir mit 521 zu 631 ohne Chance. Ein Lichtblick dann im letzten Spiel, wieder auf 29/30: Black Jack konnte mit 568 zu 536 bezwungen werden. Gesamt 8 Punkte – wir wussten, dass das heute für einen der vorderen Tabellenplätze reichen würde.

Also, kein Fehlstart, wie schon so oft in den vergangenen Jahren.

 

ighlight

 

 

Unsere Ergebnisse im Detail:

TYROLIA 1

Spiel 1

Spiel 2

Spiel 3

Spiel 4

Spiel 5

Spiel 6

Spiel 7

Serie

Schnitt

Schoppik

156

168

221

178

138

184

175

1220

174,286

Bittner

156

189

201

190

232

171

189

1328

189,714

Liftenegger

232

202

156

198

153

166

204

1311

187,286

Team-Ergebnis

544

559

578

566

523

521

568

3859

183,762

Gegner

Tyrolia2

Stadlau3

 Bowl4You

Etoile1

Phönix

 Unistahl2

BJB2

 

 

Ergebnis Gegner

481

547

514

642

677

631

536

4028

 

Punkte

2

2

2

0

0

0

2

 

8 Punkte

 

TYROLIA 2

Spiel 1

Spiel 2

Spiel 3

Spiel 4

Spiel 5

Spiel 6

Spiel 7

Serie

Schnitt

Horak

145

206

215

195

113

-

-

874

174,800

Langer

142

140

152

-

-

-

-

434

144,667

Kukla

194

191

204

222

186

193

190

1380

197,143

Weissensteiner Felix

-

-

-

-

-

149

153

302

151,000

Schindler

-

-

-

197

202

167

180

746

186,500

Team-Ergebnis

481

537

571

614

501

509

523

3736

177,905

Gegner

Tyrolia1

Unistahl2

Phönix

BJB2

Bowl4You

  Stadlau3

Etoile1

 

 

Ergebnis Gegner

544

643

535

627

490

524

611

3974

 

 

0

0

2

0

2

0

0

 

4 Punkte

 

Die anderen und die Tagesbesten:      Bestes Team, nicht ganz erwartet, Unistahl 2 mit 4436 gespielten Pins (mehr als 211 Schnitt) und 10 Punkten. Ebenfalls 10 Punkte mit dem zweithöchsten Score von 4329 erreichte Etoile 1. Dahinter 2 Teams mit 8 Punkten: BSC Phönix (4057 Pins) und wir (3859). Weitere zwei Teams erreichten 6 Punkte: Black Jack 2 (4119 Pins) und Stadlau 3 (3671). Am Tabellenende mit jeweils 4 Punkten vorerst das Team Bowling4You (3838) und Tyrolia 2 (3736). Die besten Spieler: Mann des Tages war Daniel Hahn mit überzeugenden 1632 Pins (279 im 3. und 278 im 6. Spiel) vor Walter Gonaus 1516 (238/1.), Marco Pilecky 1462 und Roman Fürbacher 1458 (246/7.) – alle Unistahl. Johann Riegler 1423, Mario Miladinovic 1408 und Hubert Lang 1405 (246/5.) waren ebenfalls vorne mit dabei.

Höchste Team-Ergebnisse:  BSC Phönix 677 im 5. Spiel gegen uns, Etoile 657/6. und 642/4.(gegen uns), Unistahl 660/1., 644/7. und 643/2.(gegen Tyrolia 2), Black Jack 652/5.

 

Die Tabelle nach dem Saisonstart:      1. Unistahl 2                 10 Punkte / 4436 Pins

2. Etoile 1                    10 / 4329

3. BSC Phönix                8 / 4057

4. Tyrolia 1                     8 / 3859

                                                           5. BJB 2                         6 / 4119

                                                           6. Stadlau 3                    6 / 3671

                                                           7. Team Bowling4You     4 / 3838         

                                                           8. Tyrolia 2                     4 / 3736

 

Resümee:      Recht guter Start unseres Teams. Man wird sehen, wie wir uns bei den zu erwartenden High Score-Bedingungen in den anderen Hallen behaupten werden. Der Wiederaufstieg in die oberste Spielklasse ist natürlich unser Ziel. Das wird aber sicher sehr, sehr schwer werden.

Bis bald

Walter

mailto:wafi@chello.at