TYROLIA AM BALL – unter diesem Titel berichtet Walter Fiala über diverse Veranstaltungen.

 

Staatsmeisterschaften 2010 Doppel Herren – Abbruch und Neuaustragung für mich fraglich

 

Am Samstag, den 11. Dezember 2010, wurde das Semifinale der Staatsmeisterschaft Doppel der Herren in zwei Durchgängen (10:30 Uhr und 15:00 Uhr) in der Posthalle ausgetragen.

30 Doppel mit der Startzeit 10:30 Uhr konnten ihre Spiele ohne wesentliche technische Probleme spielen.

Nach meinen Informationen (ich war selbst nicht in der Halle anwesend) traten im späteren Durchgang (Startzeit ca. 15 Uhr) technische Probleme auf. Nach Ausfall einer Bahn (und damit natürlich der betroffenen Doppelbahn) konnte noch auf die Reservebahnen ausgewichen werden, der Ausfall einer weiteren (Doppel)bahn führte im Verlauf des siebenten von neun Spielen zu einer länger als 20 Minuten andauernden Unterbrechung. Die betroffenen Aktiven hatten das 7. Spiel noch nicht zu Ende gespielt, während die übrigen Spieler auf den Bahnenwechsel zum 8. Spiel warteten.

Die Befragung der Techniker ergab, dass die Bahnen nicht taggleich repariert werden könnten. Der Cheftechniker wurde nicht erreicht.

 

Die für die Austragung der Staatsmeisterschaften zuständigen Herren entschieden darauf hin, den laufenden Bewerb abzubrechen und alle bisher gespielten Ergebnisse zu annullieren – auch die des ersten Durchgangs um 10:30 Uhr und auch alle bislang im Nachmittagsdurchgang fertig gespielten. Die Neuaustragung des abgebrochenen Bewerbs erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

 

Diese Entscheidung ist für mich in mehrfacher Hinsicht nicht nachvollziehbar, ausgesprochen unsportlich und wahrscheinlich falsch:

 

à in einem internationalen Bewerb ließe man diese Sportler unmittelbar nach Ende des Bewerbes (nach ausreichender Einspielzeit) auf vom Schiedsrichter bestimmten Bahnen fertig spielen

(mir selbst ist das im Einzelbewerb der E.S.B.C. 2010 passiert)

à die Aktiven haben damit die Gewissheit, unter gleichen Bedingungen in sportlich fairer Weise ihre Spiele zu beenden (dass man als Betroffener damit keine Freude hat, ist eine andere Geschichte)

Gerät während eines Bewerbes ein Bowlingspiel durch maschinelle Schwierigkeiten länger als 20 Minuten in Verzögerung oder ist es aus technischen Gründen unmöglich,

das Spiel auf den ursprünglich bestimmten Bahnen zu Ende zu führen, kann der Schiedsrichter andere Bahnen bestimmen, auf denen das Spiel zu Ende zu führen ist.

Ein unterbrochenes Spiel, das nicht am gleichen Tag zu Ende geführt werden kann, muss im selben Feld wieder begonnen werden, in dem es unterbrochen wurde.

und

 

Der Posthalle ist meiner Ansicht nach keinerlei Vorwurf zu machen: die verlangten 2 Reservebahnen waren verfügbar und dass in einem Bewerb gleich 2 Bahnen (und damit 2 Doppelbahnen) unreparierbar ausfallen kann wohl niemand voraussehen. So ein Fall ist mir in meiner mehr als 43-jährigen Bowlinglaufbahn auch noch nicht untergekommen – ausgenommen Stromausfälle und Wassereintritte (das allerdings Gott sei Dank „nur“ bei LVWB-Bewerben und im Rahmen von Turnieren).

Zu hinterfragen wäre höchstens, ob auch alle Möglichkeiten in der gebotenen Zeit ausgeschöpft wurden, wie z. B. Hilfe aus anderen Hallen einzuholen oder Ähnliches.

Und, ob ausreichend kompetente Techniker vor Ort waren, als ein bedeutende Bewerb wie eine Staatsmeisterschaft ausgetragen wurde.

 

Bei Nachbearbeitung dieser komplexen Situation möchte ich den Verantwortlichen auch gleich ans Herz legen, doch durch ein geeignetes Regelwerk dafür zu sorgen, dass Staatsmeisterschaften nur an Austragungsstätten vergeben werden, die es auch schaffen, ein Siegertreppchen aufzustellen und die Bundeshymne für die Medaillenträger abzuspielen.

Wir spielen hier immerhin um die gleichen Staatsmeisterschaftsmedaillen wie etwa die Fußball-Bundesliga, die Schwimm- die Skistars etc. etc.

Auch Rapid- oder Austria- oder RB Salzburg-Spieler erhalten gleiches Edelmetall wie Markus Rogan, Benny Raich und wir armen Bowlingschlucker.

 

Als betroffener Aktiver erspare ich mir die Protestgebühr (weil ich keine Chance auf Erfolg sehe), hoffe aber, dass künftig mit mehr Fingerspitzengefühl und Sportsgeist agiert wird. Nicht, wer am lautesten schreit hat Recht, sondern die Schriften geben geltendes Recht vor.

 

Es liegt mir fern – und alle, die mich kennen wissen das – irgend jemand ans Bein zu pinkeln, aber ich bin und bleibe ein Kämpfer für Gerechtigkeit und objektive Fairness.

 

Sollte ich mit meinen Ausführungen falsch liegen, lasse ich mich gerne eines Besseren belehren.

Hilft ´s nichts, dann schad ´s nichts – das ist meine Hoffnung. Hätte ich nicht reagiert, wäre ich wahrscheinlich am Thema erstickt…

 

Bis bald

Walter

mailto:wafi@chello.at