TYROLIA AM BALL – unter diesem Titel berichtet Walter Fiala über diverse Veranstaltungen.

 

9. Saisoneröffnungsturnier des BC Tyrolia in Wien, 10. – 12. September 2004

Der Versuch einer Nachlese

 

Ich glaube, es ist kein Fehler, die Situation rund um unser Turnier erst jetzt – mehr als 1 Monat später nochmals in einer Nachlese zu betrachten. Einerseits, weil man sich im ersten Zorn vielleicht zu unbedachten Äußerungen hinreißen ließe und andererseits, weil jetzt auch schon klar wird, wer wirklich an der Bowlingszene in unserem Land ehrlich interessiert ist.

Was war eigentlich los an unserem Turnierwochenende?

Während wir uns (nach wochenlanger Vorbereitungsarbeit) im Prater mit unserem Team für unsere Kunden, die Turnierspieler, den A... aufgerissen haben, wurde in den drei anderen Wiener Hallen Florido, Post und Plus am Samstag Hallenliga gespielt. Effekt für uns: samstags war „tote Hose“. Unsere Bowlinggemeinde ist nicht groß genug, um so eine Konkurrenz einfach wegstecken zu können

Jetzt könnte man sagen (und das habe ich auch schon gehört) „das ist nicht die gleiche Zielgruppe“, aber das stimmt nur bedingt und ist auch historisch belegbar, weil

Jahr

All event-Sieger

Zweiter

im Semifinale out

1996

MOKRY Christian

Köpf Reiner (Mü)

Hahn, Fuchs

1997

KLUG Richard sen.

Fischer Leopold

Klug jun., Gonaus

1998

KERN Friedrich jun.

Klug Richard sen.

Fuchs, Gonaus

1999

BAUMGARTNER Wolfgang

Kraushofer Helmut

Fuchs, Gonaus

2000

HAHN Franz

Altmüller Ivonne

Rieger, Riegler

2001

PETER Robert jun.

Kein Helmut

Altmüller Ivo, Gonaus

2002

SPACAL Georg

Klug Richard jun.

Barth, Kern.sen

2003

RIEGLER Johann

Weissensteiner F.

Gross Thomas, Kraushofer

2004

WEISSENSTEINER Felix

Skach Robert

Oralek, Gross Ivo

und und und

Die Insider und die – zumeist leider ehemaligen – Turnierveranstalter wissen, dass es einem bei uns wahrlich nicht leicht gemacht wird. Der Gipfel an Ignoranz und kurzsichtigem Egoismus wurde hoffentlich an „unserem“ Wochenende erreicht.

„Unser“ Wochenende sage ich deshalb, weil wir seit 1996 in Österreich Terminschutz haben, und zwar am „1. Wochenende nach dem Wiener Schulbeginn“. Eine Woche nach dem Nationalen Bankenturnier, das alljährlich - und das schon wesentlich länger - am „letzten Ferienwochenende“ läuft. Dass der Terminschutz nicht für Hallenligen bindend ist, ist natürlich auch mir bekannt, aber  bisher war es ein Gebot der Fairness und des gegenseitigen Respekts, dennoch „geschützte Turnier-Wochenenden“ möglichst nicht zu bespielen.

O.K., diesmal war es leider anders.

Gott sei Dank, waren nicht nur wir selbst vor den Kopf gestoßen: wir haben breite Unterstützung aus der Bowlingszene erhalten.

Allen voran von LVWB-Präsident Max Kugel, Thomas Tybl, Robert Skach usw. usw. Ich kann hier nicht alle einzeln aufzählen, aber ich bin stolz darauf, dass es sehr viele waren.

Franz Hahn zum Beispiel ist ohnehin seit Jahren an unserer Seite und unterstützt uns dementsprechend. Herzlichen Dank für Euren Einsatz in unserem Sinn und zum Wohle unseres geliebten Sports. Auch das Hallen-Management der Posthalle hat künftig wieder aktive Unterstützung zugesagt (dort war man heuer insofern irritiert, als schon vor dem Saison-Eröffnungsturnier offizielle Senioren-Bewerbe des LVWB angesetzt waren – übrigens ein entbehrliches Novum, warum eigentlich? - und man deshalb dachte, Tyrolia hätte das Turnier um eine Woche nach hinten verlegt). Tatsache, nicht erfunden.

Gabi Rökl von der Hallenliga-Plus hat mich schon kontaktiert und das Geschehene sehr bedauert, wobei ihr nach ihren Worten „fast nichts anderes übrig bleibt, weil für die Meisterschaft im Minimum 30 Wochenenden benötigt werden und ihr Jahr für Jahr weitere durch LVWB-Termine abhanden kommen“. Sie hat Kooperation zugesagt und mich zum Bowlingstammtisch eingeladen. Ich nehme gerne an, wenn es terminlich passt.

Ich gebe die Hoffnung sowieso nie auf, dass wir in unserem kleinen Land in unserer geliebten Sportart irgend wann einmal alle an einem Strang ziehen werden. Einfach ist das in keinem Fall, weil eben viele Interessen unter einen Hut zu bringen sind. Die sogenannte Allgemeine Klasse schrumpft jährlich zugunsten der Senioren, jedoch auch deswegen, weil es offensichtlich nicht gelingt, die Nachwuchs- und Jugendarbeit auf eine vernünftige Basis zu stellen.

 

Apropos Jugend: 1999 haben wir in Kooperation mit dem Betreuer der Jugend und auf dessen verständliches Ersuchen einen Jugendbewerb ins Leben gerufen. Anfangs eine nette Erweiterung, ein schönes Zeichen an die Jugendlichen.

Und heute, nur 5 Jahre später? Auf der Gerüchte-Börse hört man, eben dieser Betreuer hätte heuer (erst heuer?) den Jugendlichen abgeraten, so ein Turnier zu spielen – das brauchen sie nicht. Der Erfolg? 1 (in Worten: eine) Starterin – eine Openbowlerin, die nur ihre Eltern fragen musste und daher teilnehmen „durfte“. Schon im Vorjahr waren seltsamer Weise nur 3 Starter, weil die Verantwortlichen solche Starts nicht unterstützen (wollen).

Übrigens, dass da keine Zweifel aufkommen: die Starter im Jugendbewerb werden bei uns fürstlich behandelt und bekommen für ihren finanziellen Einsatz ein Vielfaches an Gegenleistung. Wir wollen an den Jugendlichen aus innerer Einstellung heraus nichts verdienen, nein: wir legen etwas drauf. Das ist aber sowieso bekannt.

Eines steht aber jetzt schon fest: 2005 steht bei uns kein Jugendbewerb auf dem Programm.

 

Noch ein Wort zur Vorbereitungsarbeit: immerhin ist es uns gelungen, die Repräsentanten der Firma Brunswick in Österreich davon zu überzeugen, dass in Sachen Bahnenpflege was geschehen muss. Sichtbarer Beweis dafür sind die neuen Bahnenpflege-Geräte für Post und Prater. Für die Bahnen-Konditionen während des gesamten Turniers wurden wir – ganz unösterreichisch übrigens – ausnahmslos gelobt. Die wunderbaren Ergebnisse sprechen eine klare Sprache. Vielleicht kehrt der eine oder andere jetzt fehlende Top-Spieler bzw. Spitzenverein mit allen Freunden wieder zurück und wir erleben ein ganz besonderes Jubiläumsturnier im nächsten Jahr. Es wäre schön.

 

Resümee:

Wir können erhobenen Hauptes sagen, dass wir uns wieder bemüht haben, für unsere Kunden ein engagierter Gastgeber zu sein. Die Spannung im Turniergeschehen selbst war oft nicht zu überbieten und es gab wieder kaum technische Pannen. Natürlich kann man immer noch etwas verbessern – wir arbeiten daran.

Ich erneuere unser Versprechen: jede Kritik nehmen wir wie immer sehr ernst. Sachlich kann über alles gesprochen werden. Anregungen sind immer herzlich willkommen.

Abschließend nochmals danke für die Fairness aller TeilnehmerInnen, für die erwiesene „Turnier-Treue“ vieler lieber Freunde und Kollegen.

Auf Wiedersehen beim 10. Saisoneröffnungsturnier des BC Tyrolia vom 9. bis 11. September 2005.

 

Bis zum nächsten Mal

Walter

 

PS: die gesammelten Ergebnisse entnehmt bitte dem entsprechenden Link auf unserer Homepage.