Phänomen B-Seite ?

Walter Fiala versucht eine statistische Analyse von Erfolg und Misserfolg bei der Bahnenwahl anlässlich des 7. Saisoneröffnungsturniers des BC Tyrolia in der Wiener Praterhalle.

 

Ich nehme als Vertreter des Veranstalters jede an uns herangetragene Kritik – ob berechtigt oder weniger berechtigt – sehr ernst.

Das nur vorweg.

 

Über Erfolg und Misserfolg wird in unserem Sport zu einem Großteil im Kopf des Spielers entschieden.

Es ist wichtig, „im Kopf frei“ zu sein und mit der gebotenen Lockerheit an die Sache heranzugehen.

Sieger kann man nur werden, wenn man den Mitbewerbern ebenfalls den Erfolg gönnt.

Missgunst und Neid sind nicht der Weg zum Erfolg.

Wenn man meint ganz oben zu sein ist man schon wieder auf dem Weg nach unten.

 

...“alles nur bis zum Kotzen breitgetretene Gemeinplätze“, ist man versucht zu sagen, aber es gibt Phänomene wie die sagenumwoben schlechte „Seite B“ in der Brunswick-Halle Prater, die man gar nicht genug hinterfragen kann...

 

Hier der bescheidene Versuch einer Analyse.

Wohlgemerkt: kein Beweismaterial für die eine oder andere Sichtweise.

 

Im Rahmen unseres 7. Turniers wurden statistisch festgehalten:

 

T r i o

 

Spiele / Starts

Medaillen”-Ränge

wie oft Preisgeld ?

gesamt

960 / 80

von 6 Starts

16

A-Seite

600 / 50 = 62,5 %

4 = 67 %

10 = 62,5 %

B-Seite

360 / 30 = 37,5 %

2 = 33 %

  6 = 37,5 %

 

D o p p e l

 

Spiele / Starts

Medaillen”-Ränge

wie oft Preisgeld ?

gesamt

840 / 70

3

8

A-Seite

600 / 50 = 71 %

1 = 33 %

5 = 62,5 %

B-Seite

240 / 20 = 29 %

2 = 67 %

3 = 37,5 %

 

E i n z e l

 

Spiele / Starts

Medaillen”-Ränge

wie oft Preisgeld ?

gesamt

540 / 90

3

8

A-Seite

324 / 54 = 60 %

3 = 100 %

8 = 100 %

B-Seite

216 / 36 = 40 %

0 = 0 %

0 = 0 %

 

G e s a m t

 

Spiele / Starts

Medaillen“-Ränge

wie oft Preisgeld ?

gesamt

2.340 / 240

12 (6x Trio)

32

A-Seite

1.524 / 154 = 65 / 64 %

8 = 67 %

23 = ca.72 %

B-Seite

   816 /   86 = 35 / 36 %

4 = 33 %

  9 = ca.29 %

 

 

Einfach zum Nachdenken

 

Aus den vorliegenden Tabellen kann man diverse Schlüsse ziehen:

 

a)     typisch: das Einzel liefert wieder einmal den Beweis, dass die A-Seite einfach besser zu spielen ist

b)     na, so schlecht kann die B-Seite ja nicht sein, wenn im Doppel 2/3 der „Medaillen“-Plätze errungen werden und nur um 12 % weniger „Geld“-Plätze als es dem Spiele-Anteil entsprechen würde

c)      im Trio liegt der Beweis, dass auf A- und B-Seite gleiche Chancen geboten werden, weil der „Geld“-Plätze-Anteil genau dem Spiele-Anteil entspricht

d)     im Trio hatte man mit B-Starts bessere „Medaillen“-Chancen

e)     typisch: dass es auf B schlechter läuft liegt nur im Kopf, deswegen wird im Einzel dort nichts erreicht, wenn man auf sich alleine gestellt ist, aber sehr wohl schon, wenn man sich an Partnern orientieren kann (die es lockerer und unvoreingenommen angehen)

f)        in der Gesamt-Tabelle erkennt man, dass man auf  A nur ca. 11 % mehr „Geld“-Chancen hatte und nur ca. 4 % mehr „Medaillen“-Chancen (trotz Einzel !)

g)     der private Schluss des geneigten Lesers / Turnierspielers

h)      Schade, dass man nicht eine gesamte Bowlinghalle während eines Turniers zur „Nichtraunzer-Zone“ erklären kann.

 

u.v.a.m.