TYROLIA AM BALL – unter diesem Titel berichtet Walter Fiala über diverse Veranstaltungen.

 

Städtevergleichsturnier Wien – Ingolstadt – München der Senioren vom 4. – 6. Oktober 2002 in Ingolstadt.

 

Dieses schon traditionelle Einladungsturnier auf freundschaftlicher Basis wurde heuer bereits zum 22. Mal ausgetragen. Die Anfänge liegen in den frühen Achtzigern und es finden sich in den Geschichtsbüchern dieser sympathischen Veranstaltung für uns klingende Namen: Franz Messner (war lange Zeit selbst als Veranstalter und Seniorenwart tätig), Karl Conrad, Franz Skarda, Franz Pouzar, Herbert Daranszky u.a.m.

Wer war heuer aus unserer Mitte dabei?

Die gemeinsame Autobusfahrt mit dem - vielen von uns noch persönlich in Erinnerung gebliebenen - „Tyrolia-Sprössling“ aus den 80er-Jahren, Robert te Best jun. (dem Sohn von Poldi und Robert) als Buslenker und seiner freundlichen Begleitung nahmen „nur“ folgende 5 Tyrolia-Leute gerne an: die 3 „Altspatzen“ Alfi, Gerhard und ich als Aktive, sowie Evelyn und Christine als geduldige Begleitung.

Mit uns im Bus war eine fröhliche Runde von mehr als 30 Leuten. Organisator Hermann Gsandtner als Reiseführer.

Parkplatz Posthalle, 4. Oktober, 9 Uhr früh – Abfahrt.

Nach der kurzen Einstimmung durch Hermann wurden unsere Erwartungen in sportlicher Hinsicht etwas vorsichtiger gehalten. Es hieß, in Ingolstadt erwarten uns alte Holzbahnen, nicht besonders fit, traditionell wenig geölt und eigentlich schon dringend erneuerungsbedürftig. Ok, was soll´s – die Bahnen werden nicht schuld sein. Wir müssen sie halt besser bezwingen als die Freunde aus München und Ingolstadt.

 

Gute Fahrt. Ankunft später Nachmittag. Training oder Stadtbummel im Regen?

Die drei Tyrolia-Spieler entschieden sich natürlich für Training – und wer weiß heute noch, wofür das gut war?

Kurz: wir wurden nicht enttäuscht – unsere schlimmen Erwartungen wurden sogar noch überboten.

Aus meiner Sicht wahrscheinlich die trockensten Bahnen meiner bisher auch schon mehr als 35-jährigen Bowlinglaufbahn. Ausnahme: Ende der Sechziger „bespielte“ ich eine Asphaltbahn mit Plastikbällen - im Freien - auf Mallorca.

Wer mit mir schon öfter gespielt hat, kennt meinen Räum-Ball – eine RevSolution die sich bei uns „keine Latte bewegt“, egal wie ich sie auch auflege. Eine Latte daneben legen heißt den anvisierten Pin um eine Latte verfehlen – auch bei den linken Pins. Erst recht bei den rechten.

In der Cosmos Bowling Arena Ingolstadt hatte ich zu meiner Überraschung eine Versetzung um bis zu 10, 12 Latten. Meine Trainingspartner Kurti Altmüller und Dieter Wernspacher hatten das gleiche Problem. Wer Dieter kennt, weiß was es heißt, wenn er den Anwurf mit dem Spareball spielt...Auch wildeste „Trockenbahn-Heizer“ staunten. Die gesamte Wiener Trainings-Crew hatte auf diese Art einen Schnitt von etwa 160, oder darunter. Keine leichte Aufgabe, als Rechtshänder den 10er zu schaffen, aber es ging gegen Trainingsende doch etwas besser.

 

Neuer Tag, neue Bahn, neues Glück. Am Samstag früh starteten wir zum Mannschaftsbewerb.

Die Verhältnisse: zwar geölt, aber für unsere Begriffe noch immer viel zu griffig. Kein Wunder, die Bahnen gibt es seit 1978 und mit dem Abschleifen ist man am Ende. Extreme Unebenheiten erlauben keine verlässliche Ölung, gewaschen dürfte eher selten werden.

Devise: scharf über die Mitte, maximal knapp außerhalb Pfeil 2. Im Einzelfall auch 1. Pfeil, aber dort eher splitanfällig

Unsere Teams: Alfi in der 1. Senioren B Mannschaft mit Hermann Kugler, Stefan Neuwirth und Dieter Wernspacher. Gerhard in der 2. Senioren B Mannschaft mit dem Ex-Tyrolianer Peter Antos sowie Walter Milbacher und Ersatzmann Mario Wallner, der für den erkrankten Fritz Karner eingesprungen war.

Ich spielte in der 2. Senioren A Mannschaft mit Klaus Vrana und den Ex-Tyrolianern Peter Kantner und Kurt Altmüller.

Unsere Ergebnisse: Unter dem Motto „mühsam nährt sich das Eichhörnchen“ verhalf mir eine gute Abräumquote zu für diese Verhältnisse sehr guten 590 Pins (3. mit –20 auf den 1. und –1 auf den 2. Platz in Grp A). Alfi war mit 498 recht sauer und Gerhard mit 482 noch dahinter.

In der Team-Zwischenwertung führte meine Mannschaft mit 2269 Pins (189 Schnitt) in A um 9 Pins vor München 1 - Alfi war in B 4.(1955 Pins), hinter Gerhards Team, das mit 2061 Pins 94 Pins hinter Leader Ingolstadt an 2. Stelle lag.

 

Nach der Mittagspause (Nachölung ohne Waschvorgang) der Schlussdurchgang.

Mein Team wechselte auf die ungeliebten Bahnen 3-4, die wir schon vom Training her ins Herz geschlossen hatten. Sehr anfällig auf Grundlinien-Splits: wir hatten gemeinsam 5x 8/10 aus der Gasse, weitere 2x fiel der 8er nur „gnadenhalber“.

Die führende 1. Münchener Mannschaft konnte das Ergebnis noch umdrehen – gegen 2 x über 800 in den Spielen 5 und 6 hatten wir keine Chance. „Brave“ 2205 Pins (183,75 Schnitt) waren letztlich leider um 131 (4474 gegenüber 4605) zu wenig. Ich selbst fand diesmal kein Rezept und krampfte 525 zusammen (gesamt 1115 Pins / 185,8). Unser Bester war Klaus mit ausgeglichenen 616 (dritthöchste Nachmittags-Serie in A). Top war Udo Gernböck, München, mit 626 – ein „Weitwerfer“ mit sehr guter Kugelrotation, nicht böse gemeint. Schon oft war er mit guten Ergebnissen aufgefallen. Seine Form sollte an diesem Wochenende später noch die Entscheidung bringen.

Schlussrang 2 für mein Team, hinter München 1. Team Wien 1 (Gablek, Manfred Salomon, Peterka, Handler) belegte Platz 3.

Gerhards Team blieb 2. im B-Bewerb – seine insgesamt 1042 / 173,67 waren fast der Team-Schnitt. Alfi erreichte in Summe 1050 / 175 und den 3. Team-Platz. Sieger in B überraschend Ingolstadt mit 263 Pins Vorsprung – eine gewisse Vorentscheidung für die Gesamtwertung, dieser Rückstand der Wiener?

Die Wiener Damen waren nach schwächerem Start eigentlich nie in Gefahr und gewannen mit 55 Pins Vorsprung auf Ingolstadt.

 

Sonntag – von den Bedingungen her nichts verbessert. Sichtlich mehr Öl, aber unverändert griffig. Wie schon samstags empfahl sich druckvolles Spiel eher im mittleren Bahnenbereich. Hart zu bekämpfen waren wieder die Grundlinie und die „Eckzähne“.

Einzel: nur 15 Startplätze (gegenüber 20 am Vortag), daher schieden aus jeder Herren-Gruppe die zwei Pinschwächsten aus (Altmüller, Peterka in A – Milbacher, Neuwirth in B) und die letztplatzierte Dame (Perschy, die aber dennoch dann spielen durfte, weil Erni Pevny mit dem erkrankten Hans Köncsöl früher abreiste). Alfi, Gerhard und ich schafften den Cut.

Meine Befürchtungen waren eingetreten – ich musste auf 3-4 starten. Trotz aller – leider zu verbissenen - Bemühungen spielte ich unter jeder Kritik (285 aus 2) und musste von Beginn an hinten nachlaufen. Gute 794 (203/182, 217/192) auf den übrigen Loipen brachten mit 1079 in Summe noch fast 180 Schnitt. Zu meiner Überraschung reichte das für Rang 6 (18 Starter) in A und war für das folgende Step-Finale „nur“ um 60 zu wenig. Auf die „Lederne“ fehlten nur 10 – das sagt wohl genug über die Verhältnisse aus, aber wir raunzen nicht mehr...

Gerhard erreichte in B 1120 Pins (3. von 16) und damit als einziger Tyrolia-Spieler einen Platz im Step, Alfi war mit 1103 Pins 5. in B. Die B-Herren scheinen mit der rechten Hallen-Hälfte das bessere Los getroffen zu haben, was auch unsere Team-Serie vom Samstag-Vormittag (2269) bestätigt haben dürfte.

Die Ehre der Wiener Damen rettete Wilma Krejci ex aequo mit Platz 2 und 1031 Pins. Dritte - also ebenfalls auf einem Step-Platz.

 

Die Step-Finale-Starter wurden nur aus dem Einzel ermittelt.

Unser Gerhard und Wilma Krejci scheiterten im Spiel um Platz 2. Reinhard Handler unterlag Pepi Gablek. Der Routinier und vielgeprüfte Turnier-Fuchs Pepi setzte sich auch im Finale gegen den Turnier-Dominator Udo Gernböck aus München durch und war strahlender Sieger. Die übrigen Wertungen gewannen Münchener.

 

All event-Wertung: Damen – Gitti McFadden aus München mit 2113 Pins (176 Schnitt). Herren B – Ingolstadt-Betreuer Gert Gröpler (2286 / 190,5). Herren A – Udo Gernböck mit 2436 / 203, als einziger Turnier-Teilnehmer mit einem Gesamtscore von über 200 Schnitt.

Unsere AE-Plätze sind nicht bekannt, aber mit 2194/182,8 (Fiala) – 2162/180,1 (Höbinger) - 2153/179,4 (Frötschel) waren wir aufgrund der äußeren Bedingungen nicht nur unzufrieden.

 

Gesamtwertung des Vergleichsturniers:

In die reine Pinwertung kommt das jeweils beste Team pro Stadt in den Gruppen Damen, Herren A+B.

Dazu kommen die jeweils 2 besten Einzelspieler/innen pro Stadt.

Sieger München mit 19176 Pins, 26(!) Pins vor Wien (19150). Ingolstadt blieb auch daheim diesmal wieder Rang 3 – weitere 361 Pins hinter uns (obwohl der Heimvorteil zur Zwischenführung nach dem Samstag gereicht hatte).

In der ewigen Rangliste konnten wir damit nicht mit München (jetzt 11 Siege) gleichziehen. Wien hält weiter bei 9 (war aber als einziges Team noch nie auf Platz 3). Ingolstadt siegte erst einmal.

 

Alle Detailergebnisse können auf der Homepage der Ingolstädter http://www.cosmos-bowling-arena.de/ studiert werden.

Nächstes Jahr geht es nach München. Spannung schon jetzt vorprogrammiert.

Wenn alles gut geht, lenkt wieder Robert te Best jun. seinen Bus für uns.

 

Danke für das Interesse.

 

Bis bald

Walter